Author Archives: Kanzler

It’s over – good bye!

Southern Germany was a company that existed from 2003 until 2012. This website is just the traces we left after 10 years of  press and radio PR, tour booking and several other services connected with the music business.

In these 10 years we worked on quite a serious load of music and connected artists and helped them gaining the success they deserved. But also over these years it has become more and more obvious that our own personal approach to press work which is based on respect for the independence of the press and the idea of music being appreciated based on its content, message and quality is not matching fully and is going to match even lesser in the years to come with the reality.

Thus it has become more and more difficult to maintain a certain level of PR work, content-wise and capacity-wise if you are not wanting or willing to play certain games which counter the above explained attitude and approach.

We left the stage with still a deep faith in music and we know we don’t have to be worried about quality. There still is such an unbelievable amount of good music out there and labels putting this stuff out, but maybe the days of classic PR are about to end. In a society where access to good music is available anywhere, anytime maybe a mediator between press and label is not needed anymore. Or maybe such mediator has to come in with a different approach and a will to cope with the somewhat new situation. Truth is: we maybe have become just simply too old. With being raised on D.I.Y. during times where independent and underground were words describing an attitude and not a marketing tool it was time to let go.

Whoever might read this and had a working relationship with us at one point or the other: Thank You from the heart for having put faith in us. We enjoyed every moment of it. And to whom came here by accident:

Become fans.

Remain fans.

Be fans.

Listen.

Create.

Appreciate.

Thank You & see you in the pit,

Andreas & Beate Kohl

Protected: JERUSALEM IN MY HEART

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TOMAHAWK

Oddfellows

Ipecac

VÖ: 01. Februar 2013

Vertrieb: Soulfood

Vor ziemlich exakt 10 Jahren fragten wir: Muss man eigentlich noch erwähnen, dass ein LineUp, bestehend aus Duane Denison (Jesus Lizard, DK3), Mike Patton (u.a. Fantomas, Mr. Bungle, Faith No More), John Stanier (Helmet) und Kevin Rutmanis (u.a. Melvins) nur Großes fabrizieren kann? Heute stellen wir die Frage noch einmal. Und die Antwort ist die gleiche: Muss man nicht! Hier wird Rockgeschichte geschrieben, soviel ist nach dem ersten Hören des neuen Materials sofort klar. Man hört die Traditionen der Bands, in denen die beteiligten Musiker aktiv waren bzw. sind, deutlich heraus, und doch ist Tomahawk mehr als nur die Summe dieser Einzelteile. Unglaublich geerdet, dabei aber auch hochmelodisch und eingängig hieven sich Tomahawk selbst auf die nächste Stufe ihrer Existenz. Songwriterische Finesse gepaart mit einer gesunden Portion Humor und Roots die weiter zurückreichen als bis zum Blues (der hier natürlich auch zitiert wird) – das sind Tomahawk 2013. Ein Album wie ein Berg: Groß. Schwer. Wunderschön.

ISIS

Temporal

Ipecac

VÖ: 16. November 2012

Vertrieb: Soulfood

Über die Geschichte und ihre genredefinierende Bedeutung braucht man im Falle von ISIS nicht zu referieren. Einer Eruption gleich krempelten sie nicht nur Hörgewohnheiten um, sondern gelten heute als eine der wichtigsten und bahnbrechendesten Bands der letzten Dekade. Mit “Temporal” gibt es nun noch ein letztes Lebenstzzeichen der bereits aufgelösten Band: 14 rare Tracks, zum Teil unveröffentlicht, zum Teil nur auf limitierten Singles erhältlich. Coversiongs, Akustik-Versionen bekannter Songs sowie alternative Demoaufnahmen – das Ganze auf zwei CDs verteilt und komplettiert von einer DVD, die alle fünf Videos enthält, die die Band in ihrer Geschichte produziert hat.

THE EVENS

The Odds

Dischord

VÖ: 14. Dezember 2012

Vertrieb: Cargo

EVENS sind: Ian MacKaye (u.a.Fugazi, Embrace, Minor Threat, Teen Idles) und Amy Farina (The Warmers). Ian an der Baritongitarre und Amy am Schlagzeug – mehr braucht es nicht, um ihre von Folk beeinflussten Rocksongvariationen umzusetzen. Nach dem vielbeachteten Debüt-Album folgte 2006 der Nachfolger “Get Evens” und nun endlich das langerwartete 3. Album, das das Konzept weiterverfolgt, sich aber noch intimer gibt, noch direkter, aber gleichzeitig auch melodischer – ein ganz großes Meisterwerk voller Intensität ind Intimität. Wahrhaftige Musik.

E.D. SEDGWICK

We Wear White

Dischord

VÖ: 23. November 2012

Vertrieb: Cargo

Justin Moyer aka Edie Sedgwick, das Warhol Starlet, das 1971 an einer Überdosis Barbiturate gestorben war, verbrachte die letzten zehn Jahre damit, um den Globus zu reisen und seine Weisheit und Sichtweise über und über die Celebrity Kultur unserer Zeit zu referieren, musikalisch, versteht sich. Mal brachte er eine Band, mal wickelte er das Publikum nur mit einem iPod um den Finger. Dabei war Edie Sedgwick nie mehr als ein Seitenprojekt für Moyer. Hauptbands kamen und gingen – El Guapo, Sypersystem, Antelope und SPRCSS. Es wurde Zeit, etwas zu ändern. Und so wurde aus Edie Sedgwick E.D. Sedgwick – eine richtige Band. Mit der Rekrutierung von Bassistin Kristina Buddenhagen, Drummer Jess Matthews und Sänger Josa Feen Wells trug Moyer auch das Glitzerkleid zu Grabe. E.D. Sedgwick trägt nun weiß. Und so heißt auch das neue Album. Und es ist ein Manifest des Pop: Weg von Lyrics über Themen, die das People Magazine ausreichend bearbeitet hin zu Topics unserer Zeit: Feminismus, Gentrifizierung, Marihuana – Justin selbst hat noch nie Marihuana geraucht…das nur am Rande.

RITES OF SPRING

6 Song Demo

Dischord

VÖ: 16. November 2012

Vertrieb: Cargo

Mit dem Begriff der Legende sollte man vorsichtig sein, hier trifft er aber mal wieder zu. Rites Of Spring waren eine Band, die nicht nur den Spirit des DC Underground perfekt illustrierte, sondern auch als Vorreiter eines neuen Genres in die Musikgeschichte eingingen. Ihre Verknüpfung emotionaler Songstrukturen mit der Attitude und Direktheit des Hardcore brachte ihnen den Ruf als Erfinder des Emo ein – ein Begriff, dessen vollständige Aushölung wir in den letzten Jahren miterleben durften. 1984 von Guy Picciotto (vocals/guitar), Mike Fellows (bass), Brendan Canty (drums) und Eddie Janney (guitar) gegründet, veröffentlichten Rites Of Spring ein Album sowie eine 7inch, bevor sie 1986 schon wieder zerbrachen. Die hier vorliegenden Demoaufnahmen sind die ersten der Band, noch bevor sie sich auf einen Bandnamen geeinigt hatten und wurden nie offiziel veröffentlicht. Seit Jahren kursieren die Tracks auf Tape unter Fans der Band und des Labels und liegen nun erstmalig in gemasterter Form offiziell vor. Ein Dokument.

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Godspeed You! Black Emperor

‘Allelujah! Don’t Bend! Ascend!

Constellation

VÖ: 19. Oktober 2012

Vertrieb: Cargo

Es ist da! Das wohl am heißesten erwartete Album der letzten Jahre. Das Album enthält 4 Songs. Musikalisch knüpft „’Allelujah! Don’t Bend! Ascend!“ an das ziemlich exakt vor 10 Jahren im Herbst 2002 veröffentlichte, letzte Album „Yanqui U.X.O.“ an und greift seine klangliche Ästhetik ebenso auf wie seinen Kontext.  Wie kaum eine andere Band haben die Kanadier uns in den letzten Jahren begleitet, und das ohne musikalisch wirklich sichtbar zu sein. Ihre Geschichte ist eng mit dem Label Constellation verknüpft und die gesamte Attitüde, der Kontext, in dem sich Constellation und damit auch GY!BE bewegen, haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Independent Musikkultur weltweit ausgeübt – da haben wir ihn, den Mythos, den sie selbst gar nicht wollen. Und wir können es nur akzeptieren – dass dieses wunderbare Stück Musik (und das ist sie wahrlich, diese Platte – musikalisch ein Meisterwerk) schon jetzt ein Begleiter unseres Selbstverständnisses geworden ist, ein Moment des Innehaltens, des Reflektierens und damit Zeuge unserer eigenen Transformation, in der wir versuchen, das Kapitel unserer eigenen Biographie in diesem Buch aus überwiegend furchtbaren, korrupten, komplizierten und nihilistischen Geschichten neu zu schreiben und irgendwie in Hoffnung zu verwandeln. GY!BE haben es wieder einmal geschafft, einen Soundtrack für dieses Wechselspiel aus Analyse, Trotz und Befreiung zu liefern. ACHTUNG: PromoCDs sind bereits vergriffen, Download-Codes auf Anforderung noch möglich.

GOLDEN VOID

Golden Void

Thrill Jockey

VÖ: 2. November 2012

Vertrieb: Rough Trade

Ein großes, großes WOW! materialisiert sich vor dem Auge des Hörers, der das Debüt von GOLDEN VOID zum ersten Mal hört. Unglaublich tight, eingespielt und ja, abgeklärt kommt das Album mit Wucht um die Ecke. Der Griff zum Cover ist der nächste Schritt, weil man kaum glauben kann, dass sich hinter der Band Newcomer verstecken. Und richtig. Tun sie auch nicht: Isaiah Mitchell (Gitarre, Gesang – Earthless) und Camilla Saufly (Keyboard – Assemble Head In Sunburst Sound) haben sich mit den beiden EYES-Mitgliedern Aaron Morgan (Bass) und Justin Pinkerton (Drums) zusammengetan, um ein derart faszinierendes Psychedelic-Rock-Album aufzunehmen, dass es einem glatt die Sprache verschlägt. Als Erforschung der im Rock klassischen Dichotomie von Hingabe und Dekonstruktion setzen sich Golden Void sowohl mit Tradition als auch mit Auswegen aus der Falle der Redundanz auseinander. Das klingt dir zu theoretisch? Uns auch, deshalb hören wir es jetzt gleich nochmal, ohne darüber zu schwafeln – das möglicherweise beste Psychedelic Rock-Debüt, was wir je gehört haben. Ja, es ist wirklich so gut.

NUMBERS NOT NAMES

What’s The Price?

Ici d’ailleurs…

VÖ: 12. Oktober 2012

Vertrieb: Cargo

Casting einmal anders: Stephane Gregoire, der Kopf hinter dem französischen Label Ici d’Ailleurs machte bereits vor ein paar Jahren von sich reden, als er mit THIS IMMORTAL COIL eine Verbeugung vor COIL ins Leben rief, die u.a. so illustre Stars wie Oktopus (DÄLEK), Bonnie “Prince” Billie, Yann Tiersen, Yael Naim und Matt Elliott zusammenbrachte. Nun hat er es wieder getan und präsentiert NUMBERS NOT NAMES – dieses Mal keine Coverband, aber trotzdem eine Art Tribute – ein Tribute an HipHop, wie er sein sollte: roh, ungeschliffen, radikal, hart und hoch politisch. Die Mitgliederliste von NUMBERS NOT NAMES spricht eine deutliche Sprache: Oktopus (DÄLEK) , Alexei “Crescent Moon” Casselle (KILL THE VULTURES), Jean-Michel “Mitch” Pires (NLF3, THE MARRIED MONK) und Chris Cole (MANYFINGERS) sind das multinationale Projekt. Vor allem der Einfluss von Oktopus ist unüberhörbar: seine von DÄLEK bekannten düsteren Klangschichten mit monströsen Beats, noch verstärkt durch zwei Live-Schlagzeuge pumpen einen Groove in die Welt, der einem die Magendecke beben lässt. Dazu Alexei’s außergewöhnliche Rap-Skills mit einem klaren OldSchool-Verweis. NUMBERS NOT NAMES sind der Missing Link zwischen HipHop, Industrial und Rock und “What’s The Price?” ein Album, das ähnlichen Staub aufwirbeln wird wie seinerzeit “From Filthy Tongues And Griots” von DÄLEK. Macht euch bereit!

OBELYSKKH

White Lightnin’

Exile On Mainstream

VÖ: 28. September 2012

Vertrieb: Soulfood (CD), Cargo (LP)

Bereits seit 2008 aktiv, galten OBELYSKKH wegen ihrer Veröffentlichungsabstinenz lange Zeit als das „Phantom des deutschen Doom“. Als dann 2011 endlich das Debüt-Album „Mount Nysa“ erschien, hatte sich die Band bereits einen solchen Status erspielt, dass die 500er Vinylauflage in nicht mal 3 Wochen ausverkauft war. White Lightnin’ ist ein gewaltiger Brocken von einem Album, der den Bogen weit spannt zwischen Psychedelic, Postrock bis hin zu biestig-fiesen Sludge-Attacken. Für den Spannungsaufbau lassen sich OBELYSKKH viel Zeit, geben Sounds Raum, mitunter auch in kakophonischen Brüchen. Die Keule packen sie nicht aus purer Lust am Effekt aus, sondern das gesamte Werk präsentiert sich organisch und tief emotional. Die Aufnahmen zu White Lightnin‘ entstanden unter der Regie von Billy Anderson (u.a. Sleep, Neurosis, Mr. Bungle, Eyehategod, High On Fire, Melvins u.a.), der der Scheibe auch den Mix und somit genau den rohen, ungeschliffenen Sound verpasst, der für OBELYSKKH charakteristisch ist.

DARSOMBRA

Climax Community

Exile On Mainstream

VÖ: 7. September 2012

Vertrieb: Soulfood (CD), Cargo (LP)

“Transcendental Rock” – wenn es diese Kategorie gäbe (ab jetzt sicher), dann wird sie von DARSOMBRA, dem audiovisuellen Projekt von Brian Daniloski und Ann Everton fast vollständig ausgefüllt. Daniloski, besser bekannt als Meister eher hedonistischer Riff-Verarbeitung in Sludge-Bands wie u.a. MEATJACK oder TREPHINE liefert hier eine Forschungsreise in Möglichkeiten analoger Klangerzeugung. Bewaffnet mit Gitarre und einem Arsenal an analogen Effektgeräten sprengt er die Grenzen der ursprünglichen Bestimmung dieser Geräte und kreiert machtvolle Soundcollagen aus Riffs, Loops, Vokalakrobatik und Samples. Mit Verweisen an Metal, Ambient, Psychedelic, Experimental und einem Quentchen Prog und Krautrock entsteht Musik, die ein eigenes Genre braucht. Das ist aber noch nicht alles: die Videokünstlerin Ann Everton liefert dazu passende Visuals, die die Käufer der CD und LP per Videostream zum Hören abspielen sollen und die bei den Live-Shows des Duos die einzigartige Atmosphäre von DARSOMBRA erschaffen

STINKING LIZAVETA

7th Direction

Exile On Mainstream

VÖ: 24. August 2012

Vertrieb: Soulfood (CD), Cargo (LP)

Die Brüder Yanni und Alexi Papadopoulos, verstärkt um Trommelfrau Cheshire Agusta präsentieren nach 17 Jahren Bandgeschichte (!) ein weiteres Mal ein Monster von einem Album – sie bleiben sich und ihrer Mission treu und funktionieren abermals als Missing Link zwischen Gone, Don Caballero und Blue Cheer mit Randy Holden an der kosmischen Axt. Live sind sie bereits jetzt schon eine Band mit Legendenstatus. Auf unzähligen Touren wie u.a. mit Fugazi, Mastodon, Clutch, The Sword, The Hidden Hand oder auf dem legendären ATP Festival in England oder dem Roadburn in Holland provozierten sie immer und überall offen stehende Münder. In überbordender Spielfreude entlockt vor allem Yanni seiner Gitarre Sounds, die neben dem Publikum wohl sogar die Gitarre selbst überraschen dürfte. An den Drums: Ms. Cheshire Augusta, die wahrscheinlich tighteste Trommelfrau der ganzen Welt und am Bass Yanni’s Bruder Alexi mit seinem Upright-Bass. Meine Damen und Herren: diese Band ist ein Unikum, das man erlebt haben muss! Auf Tour im September/ Oktober!

TURBONEGRO

Sexual Harassment

Volcom

VÖ: 12. Juni 2012 (digital), 10. August 2012 (CD+LP)

Vertrieb: Alive

Wer hätte das erwartet? Die „Men Of Denim“ kehren tatsächlich mit einem neuen Album zurück. Und um allen Zweiflern mal gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: es ist großartig geworden. Ob die Band noch einmal an frühere Erfolge anknüpfen kann, erst Recht nach dem Ausstieg von Sänger Hank, war die Sorge der Fans. Aber sie haben es geschafft. Mit dem neuen Mann am vorderen Bühnenrand, Mr. Tony Sylvester (ex-Dukes Of Nothing) haben sie keinen Ersatz gefunden, sondern einen Shouter, der der Band ein völlig neues Gesicht gibt, nicht nur optisch. Stimmlich liefert der Brite eine Glanzleistung ab, die der Band die Räudigkeit der frühen Tage zurückgibt. Diese wird dann aber wieder konterkariert durch exzellentes Songwriting und Hymnen, wie sie nur Turbonegro schreiben können.

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INCOMING CEREBRAL OVERDRIVE

Le Stelle: A Voyage Adrift

Supernaturalcat

VÖ: 4. Mai 2012

Vertrieb: Cargo

Tief in der Tradition des intelligenten Hardcore/Metal solcher Vorreiter wie Dillinger Escape Plan oder Mastodon verwurzelt, bringen I.C.O. ihre Version von Riot Music im besten Sinne des Wortes zu Gehör. Apokalyptische Breaks, emotionale Bassläufe, abrupte Tempiwechsel: I.C.O. sind eine Band wie das Leben selbst – krass, schmerzhaft aber dann auch wieder schön und melodiös – ein zerrüttetes Manifest der menschlichen Emotionalität und eine kleine Sensation. Dabei scheuen sie sich nicht, hin und wieder Verweise an 70er Italo-Prog ebenso zuzulassen wie an den MetalCore der 90er. Über allem thront Dunkelheit und klaustrophobische Atmosphäre . Das Ergebnis ist ein Album das keine Grenzen kennt, aufreibt und nicht dazu da ist, dich einzulullen.

PHILM

Harmonic

Ipecac

VÖ: 18. Mai 2012

Vertrieb: Soulfood

Bereits seit 2010 geistert die Kunde über dieses Album durch Kennerkreise und nun ist es endlich soweit. Nach einer Handvoll Live-Shows und einem 4-Song-Demo, das von Kritikern mit ebenso begeisterten wie ratlosen Gesten die Klassifizierung betreffend aufgenommen wurde, erscheint nun das erste Album der Band um DAVE LOMBARDO (Slayer, Fantomas), PANCHO TOMASELLI (War) und GERRY NESTLER (Civil Defiance). Lombardo selbst sagt darüber: “Wenn die Leute hören, dass ich an PHILM beteiligt bin, erwarten sie automatisch einen Sound, der sich mit Slayer vergleichen lässt. Das genaue Gegenteil ist aber der Fall.” Lombardo hat sein Drumkit auf ein klassisches four-piece-kit reduziert und erforscht seine Begeisterung für 60s HeavyRock und moderne Trance & Psychedelic Sounds. Anders als bei Slayer war der Entstehungsprozess sehr organisch, oder eben harmonisch, wie der Albumtitel bereits suggeriert. “Wir haben alles gemeinsam in einem Wohnzimmer aufgenommen und die Songs sind allesamt Ergebnis gemeinsamer Improvisationen.” sagt er. Das Ergebnis macht sprachlos; natürlich schimmert die technische Finesse von Lombardo bei jedem Takt durch, aber seine ‘rhytmischen Emotionen’ sind viel mehr als nur technische Machbarkeitsstudien. Ein Blend aus heavy Tunes, Funk, Jazz, Ambient und Punk  ist “Harmonic” geworden, der einem schlicht den Atem raubt und wie die Blaupause für Sounds wirkt, die den Hörer fast erzieherisch zum Blick über den Tellerrand zwingen.

MELVINS-LITE

Freak Puke

Ipecac

VÖ: 1. Juni 2012

Vertrieb: Soulfood

Ist es denn wahr? Wieviele Tausend Jahre mussten wir auf ein neues Melvins-Album warten? Haben wir nicht inzwischen Kinder und Enkel bekommen, seit “The Bride Screamed Murder” das Licht der Welt erblickte. Ja, es ist kaum zu glauben, aber es sind tatsächlich 2 Jahre vergangen, was im Melvins-Universum eine Ewigkeit darstellt. Für “Freak Puke” nun haben sich die Durchgeknallten etwas neues einfallen lassen: sie agieren für ein Album unter dem Namen MELVINS-LITE. Das LineUp entspricht nämlich nicht dem seit einigen Jahren außergewöhnlich konstant gehaltenen vierköpfigen Monster, sondern die Melvins sind mal wieder ein Trio, mit niemand geringerem als Trevor Dunn (ua.a Fantomas, Mr. Bungle) am Kontrabass (!!!). Dieses LineUp ist NICHT das neue LineUp der Band, sondern eine einmalige Sache. Und genauso einmalig ist auch der Sound; wesentlich subtiler und feiner arrangiert als jemals zuvor, aber trotzdem unverkennbar hämmern sie ganze 9 Songs durch die Membran und Worte sind mal wieder zu wenig. Hören! Haben!

HUSH ARBORS/ ARBOURETUM

Aureola

Thrill Jockey

VÖ: 20. April 2012

Vertrieb: Rough Trade

Hush Arbors und Arbouretum erforschen beide auf ihre eigene Art und Weise die Begegnungen von Folk und Psychedelic und es war nur eine Frage der Zeit, bis sich beide auch musikalisch begegnen. Keith Wood aka Hush Arbors ist ein Poet, der seine fein ziselierten Folk-Versatzstücke mit wunderbaren Lyrics krönt und seine Zusammenarbeit mit u.a. Six Organs Of Admittance, Thurston Moore, Current 93 und Sunburned Hand Of The Man zeigen, dass er auch aus düsterer Atmosphäre Schönheit destillieren kann. Dave Heumann aka Arbouretum nähert sich dem Folk in ritualistischer Weise: seine stoischen Rhythmen und mantra-artigen Fuzz-Orgien sind von überirdischer Schönheit und hypnotischer Wirkung. Darauf setzt er metaphorische Texte, die die Atmosphäre der strukturell reduzierten Songs unterstreichen.  So sehr diese Kollaboration auch logisch erscheint, so sehr  ist sie dennoch ein wahr gewordener Traum. In der Planung für eine gemeinsame Europa-Tour nahmen sie dieses Split-Album auf, das bereits einen Vorgeschmack auf das im Herbst 2012 erscheinende neue Album von Arbouretum bietet.

BLACK SHAPE OF NEXUS

Negative Black

Exile On Mainstream

VÖ: 20. April 2012

Vertrieb: Soulfood (CD), Cargo (LP)

Tief wie Burgbrunnen, gewaltig wie ein Bulldozer und dabei aber melodisch walzen die SludgeDoom-Radaubrüder aus Mannheim alles platt. 4 lange Jahre hat die Aufnahme von “Negative Black” gedauert, immer wieder unterbrochen von LineUp Wechseln und kompletten Pausen. Doch das Warten hat sich gelohnt: Black Shape Of Nexus gehören zweifellos zum besten, was die kontemporäre Doom/Sludge-Szene zu bieten hat und konnten bereits auf Festivals wie dem ROADBURN, SOUTH OF MAINSTREAM, DOOM SHALL RISE, DAWN OF DOOM und TRASHFEST für offene Münder sorgen. Mit schier unglaublicher Wucht und Intensität entfachen die sechs gewaltige Sonnenstürme aus Sound, Bass und Emotion. Erinnerungen an Bands wie Neurosis, My Bloody Valentine, Sons Of Otis oder Green Machine werden wach, wobei Namedropping hier absolut unnötig scheint, weil Black Shape Of Nexus solche Vergleiche gar nicht nötig haben. Musik wie ein Panzer – die Platte ein 80 Minuten langes Meisterwerk der Emotion!

ED SCHRADER’S MUSIC BEAT

Jazz Mind

Upset! The Rhythm

VÖ: 25. Mai 2012

Vertrieb: Cargo

Bewaffnet mit nur einer Floortom und einem Bass, reduzieren Ed Schrader’s Music Beat den Pop auf seine organischen Bestandteile: ein Beat, eine Bassline und gecroonte Vocals, die sich sofort festsetzen. Und dabei gleicht die Gründung der Zweimann-Band einem Unfall: Ed Schrader hatte bereits seit Mitte der 2000er unter seinem eigenen Namen Musik gemacht, bevor er sich für eine Show mit seinem Mitbewohner Devlin Rice (Nuclear Power Pants) zusammentat. Die Show wurde zu purer Magie und sowohl die Reaktion des Publikums als auch das Gefühl zwischen beiden machte klar: das kann es nicht gewesen sein. Devlin und Ed formierten ED SCHRADER’S MUSIC BEAT und veröffentlichten eine 7″ auf LOAD Records und tourten extensiv mit u.a. Lightning Bolt, Future Islands und Dan Deacon. Nun liegt endlich das Debüt-Album vor: So wunderbar frisch hat selten ein Act Einflüsse von PIL, Dead Kennedys und Joy Division gekoppelt, mit einer atemberaubenden Bühnenpräsenz versehen, sie auf das wesentliche runtergekocht und regelrecht in Richtung Publikum geschleudert.

TORCHE

Harmonicraft

Volcom

VÖ: 27. April 2012

Vertrieb: ALIVE

Geben wir es mal ganz unumwunden zu: wenn den Rock’n'Roll noch irgendwas retten kann, dann sind es Bands wie Torche, die verdammt ernst meinen was sie tun, es aber nicht ganz so ernst nehmen. Schaut man sich die Geschichte der Band an, vor allem mit ihren ästhetischen Brüchen, den zuckersüßen Artworks und ihrer Begeisterung für Harmonien, die man im Metal eigentlich nicht mit der Kneifzange anfassen würde – das ganze dann garniert mit sahnigen Toppings aus Riffs und aufgeschichteten Kaskaden aus Donnerdrms, dann wird einem ganz warm ums Herz. Das Vorgänger-Album “Meanderthal” und der Nachfolger “Songs For Singles” haben da aber nur den roten Teppich ausgerollt für das, was jetzt mit “Harmonicraft” (ein Titel, der absolut programmatisch ist) angewalzt kommt. Da dreht man sich zweimal um, ohne zu begreifen, welcher Schlagarm einen da gerade erwischt hat. In ihrer Verknüpfung von Melodic-Rock-Harmonien und Metal-Wumms sind Torche absolut einzigartig und machen das hier mehr als deutlich klar. Vorhang auf, Ladies And Gentleman: die Zukunft beginnt hier!

BLACK BREATH

Sentenced To Life

Southern Lord

VÖ: 30. März 2012

Vertrieb: Soulfood

Draufhauen, immer draufhauen. Was beim ersten Hören von Black Breaths neuer Platte noch als erstes Ziel wahrgenommen wird, entpuppt sich bereits nach dem zweiten Hören als zu kurz gegriffene Kategorisierung. Natürlich lebt das zweite Album der Radautruppe aus Seattle von geradezu ungezügelter Brutalität, die alles und jeden niederwalzt, mit Zutaten aus Hardcore, Rock’n'Roll und Death Metal, wie wir ihn seit seligen Entombed-Tagen nicht mehr gehört haben. Aber dennoch, in ihrer fast außerirdisch hedonistischen Begeisterung für akustische Gewalt liefern Black Breath ein Feuerwerk an Kreativität, das nach den 10 Songs in unter 33 Minuten so einen Donner entfacht, dass man den Nachhall noch in angrenzenden Universen spüren kann. Da fehlen einem echt die Worte.

ERIC CHENAUX

Guitar & Voice

Constellation

VÖ: 16. März 2012

Vertrieb: Cargo

Eric Chenaux ist wohl eine der schillerndsten Figuren des Toronto-Undergrounds. In den frühen Neunzigern war er u.a. Mitglied von PHLEGM CAMP und LIFE LIKE WEEDS, die heute noch jedem Kanada-Kid die Tränen in die Augen treiben. „Guitar & Voice“ ist das vierte Solo-Album von ihm, das weltweit erhältlich ist. Genau gesagt ist es sogar sein erstes, weil auf diesem Werk ausschließlich sein Spiel und Gesang zu hören ist – keine Gastmusiker, minimale Overdubs und rigorose Strukturen, die zwischen langen, gesanagsbasierten Tracks und kürzeren, kakophonischen Gitarreninstrumentals hin-und herschweben. Dabei kratzt er an so vielen Genres, dass einem die Luft ausgeht: Jazz, Improvisationen, schottischer Folk, Psych/Noise, Mittelalter, Barock und Pop fließen in seine Kompositionen ein – und das in prachtvoller Synthese. Seine Gitarrenarbeit ist nicht von dieser Welt und abgesehen von einem fuzz-durchtränkten Track „Sliabh Aughty“, der klingt, als würde Hendrix einen irischen Dudelsack-Song zermalmen statt die amerikanische Nationalhymne, sitzen die Akkorde fein ziseliert und herzerweichend schön im Arrangement.

ELFIN SADDLE

Devastates

Constellation

VÖ: 16. März 2012

Vertrieb: Cargo

Irgendwo tief drin ist der Kern, der Ursprung, das einzige was zählt. Elfin Saddle haben ihn gefunden, diesen Kern. Was zählt, ist die Musik. Oder besser; alles was zählt, ist ihre wunderbare Musik. Und doch machen sie es uns nicht einfach, die Erklärung wird nicht auf einem Silbertablett serviert, sondern schön langsam, genüsslich fast, herbeigesehnt. Elfin Saddle haben eine Menge mit Sehnsucht zu tun. Stück für Stück schält sich der Kern heraus, Stück für Stück wird abgetragen, vom Ballast, der den Blick verstellt. Bis wir plötzlich klar sehen: im Inneren ist die reinste, wundervollste Musik, die man ich vorstellen kann. Abgeschält in feinen Streifen von der Erdoberfläche, danach aus den Tiefen geholt – und mit dem Ergebnis Songskulpturen modellierend – so gehen Elfin Saddle im Songwriting vor. Aus dem psychedelischen Sud von Größen wie Bark Psychosis, A Silver Mount Zion, My Bloody Valentine oder Luna destillieren sie die Essenz: Songwriter-Pop, der dir die Füße wärmt und das Herz reinigt. Fast zu schön um wahr zu sein.

WHITE HILLS

Frying On This Rock

Thrill Jockey

VÖ: 23. März 2012

Vertrieb: Rough Trade

Nicht mal ein ganzes Jahr ist seit ihrem letzten Albumm „H-p1“ vergangen und schon legen White Hills schon wieder nach. Nach einem Jahr voller Touren und geradezu sagenhafter Auftritte auf dem Roadburn Festival und dem Supersonic in Birmingham, haben sich White Hills mit ihrem zwingenden Mix aus SpaceRock, Noise und Psychedelia und einer nicht zu überhörenden politischen Attitüde in die Herzen vieler Liebhaber von fuzzgetränkten Gitarren und restlos in die Sättigung gefahrener Röhrenamps erspielt. In der Tradition solcher Helden wie Acid Mothers Temple oder Hawkwind kreuzen sie in geradezu überschäumender Intensität und Spielfreude mit dem experimentellen Noise von Bands wie bspw. Boris. Das Ergebnis macht dich sprachlos! Im Gegensatz zu allen vorherigen Veröffentlichungen haben Gitarrist Dave W. und Bassistin Ego Sensation dieses Mal nicht auf ihre Improvisationsgabe vertraut, sondern sind bereits mit fertigen Songs im herbst 2011 in die BC Studios in Brooklyn einmarschiert und haben mit Produzent Martin Bisi (Brian Eno, Sonic Youth, Swans, Herbie Hancock, Boredoms“ „Frying On This Rock“ eingeprügelt. Unterstützt wurden sie musikalisch von Bisi selbst und von Drummer Antronhy (u.a. Julian Cope).

DISAPPEARS

Pre Language

Kranky

VÖ: 2. März 2012

Vertrieb: Cargo

Ist es wirklich Nostalgie? Diese Rückschau von Disappears auf die frühen Achtziger, die ihre postindustrielle Farblosigkeit versuchte mit DayGlo aufzupeppen, aber genau daran scheitern musste? Nostalgie nach den Zeiten von LSD, Freizügigkeit und 90-prozentigem Alkohol – für die äußere wie für die innere Anwendung? Oder ist es einfach eine natürliche Folge dessen, was die Mitglieder in ihrer Vergangenheit erprobt hatten? 90 Day Men, BOAS, The Ponys und nun also doch als festes Bandmitglied: Steve Shelley von Sonic Youth? Wir wissen es nicht und es ist auch nicht wirklich von Bedeutung. Die Band aus Chicago erblickte im Jahr 2010 das Licht der Welt. Auf den Erstling “Lux” folgte das zweite Album “Guider”. “Lux” war Tod und Verderben, “Guider” war Schutz und “Pre Language” nun ist: Liebe. Die Sehnsucht danach. Die Ohnmacht, sie zu finden oder zu halten. Und das, was sie zerstört. Die Tiefen des Lebens und die Charaktere, die es bestimmen. Verhallte Gitarren, polternde Beats, aggressiver Gesang – schneidend. Kalt. Blassrot-blutig und schwarz. So wärmend und heimelig wie eine Betonwand oder eine Eisenbahnschiene. Disappears wollen weh tun.  Produziert von John Congleton (The Paper Chase) und aufgenommen in Sonic Youth’s Echo Canyon West Studio, ist “Pre Language” das bisher fokussierteste Werk von Disappears und in seiner Eindringlichkeit und zwingenden Präsenz absolute Pflicht für Leute, die ganz nostalgisch, danach fahnden wer heute den Geist solcher Acts wie Richard Hell, Patti Smith, The Cure, Wipers, Suicide, The Velvet Underground vereinen und weitertragen können. Namedropping, das ausnahmsweise mal Sinn macht.

EARTH

Angels Of Darkness, Demons Of Light II

Southern Lord

VÖ: 24. Februar 2012

Vertrieb: Soulfood (CD), Cargo (LP)

In den selben Sessions  in den Avast Studios Seattle, mit Producer Stuart Hallerman (Soundgarden, Mudhoney, Built To Spill und EARTH2) aufgenommen wie das im März 2011 erschienene “AODDOL I” trägt dieses Album die Inspirationen des ersten Teils fort.  Wiederum tief inspiriert vom britischen Folk solcher Heroen wie Pentangle und Fairport Convention sowie der Musik der nordafrikanischen Tuareg-Band Tinariwen präsentieren sich EARTH melodischer als je zuvor, ohne dabei an Heavyness einzubüßen. Im Gegensatz zum Vorgänger wagen EARTH hier jedoch den Blick weit über den konstruktivistischen Kontext hinaus und geben Improvisationen Raum wie nie zuvor. Das LineUp besteht abermals neben Adrienne Davies (drums) und Dylan Carlson (Gitarre) aus der Violinistin Lori Goldston (Nirvana, David Byrne, Black Cat Orchestra) und Karl Blau am Bass (K Records, Laura Veirs, Microphones).

…Cover Download

Alle dargestellten Cover bereit zum Download in hoher (druckfähiger) Auflösung.


Einfach mittels rechter Maustaste auf das entsprechende Cover klicken und dann im Menü auswählen:  “Ziel speichern unter…”

BREACH

Godbox (LP only)

Apocaplexy

VÖ: 13. Januar 2012

Vertrieb: Cargo

Es fängt an mit dem verhaltenen Schreien einer Frau unter Störgeräuschen. Das Schlagzeug beginnt, der knarzende Bass, dieser Groove, diese Melodien! Hörbare und fühlbare Dunkelheit. Das wichtigste: Es ist originell, unberührt von Klischees, zeitlos und endlich wieder erhältlich. Fünf Stücke von alldem was Leute an Breach lieben oder lieben sollten. Diese schwedische Band, der große Bekanntheit in ihrer Existenz immer verschmäht blieb, weil sich jeder lieber auf Refused konzentrierte. Diese Band, die immer mit Neurosis verglichen wurde, weil es einfach keine Band gab mit der man sie sonst hätte vergleichen können. Es ist so viel mehr als Hardcore, als Metal oder jede andere Schublade in die man sie versucht zu packen. Die fünf Songs entstanden nachdem die Band mit Venom ihr endgültiges Gesicht fand. Gefangen in der Zerrissenheit bevor Breach die Perfektion mit Kollapse erreichte. APOCAPLEXY RECORDS veröffentlicht, in Zusammenarbeit mit SERENE RECORDS aus Schweden, dieses essentielle Stück nun wieder. „Godbox“ ist remastert und nun zum ersten mal auf (180g) Vinyl erhältlich. 500 Stück, 200 clear mit Transparentlack Siebdruck auf Cover, 300 auf schwarz. Kommt mit neuem Artwork des orginal Breach Cover Designers Pierre Johansson.

A WHISPER IN THE NOISE

To Forget

Exile On Mainstream

VÖ: 24. Februar 2012

Vertrieb: Soulfood (CD), Cargo (LP)

Der Buschfunk hat es bereits angekündigt und nun ist es offiziell: A WHISPER IN THE NOISE kommen zurück!!! In neuer, alter Besetzung! A WHISPER IN THE NOISE 2012 bestehen nunmehr aus den beiden Gründungsmitgliedern West Dylan Thordson (Programming, Drums, Percussion, Keyboards, Gitarre, Vocals) und Sonja Larson (Violine, Vocals).  Nach dem überaus erfolgreichen Album “Dry Land” (2007) war es eine ganze Weile ruhig um die Band. Die Zeit nutzte Bandleader West Thordson, um, sagen wir mal, einige Dämonen auszutreiben, bevor er 2009 mit den Arbeiten an diesem neuen Album begann. Er bezog ein altes Bauernhaus, dass er aufwendig restaurierte und ein Studio einbaute. Während er vor allem an Filmsoundtracks arbeitete, wie dem später preisgekrönten “The Art Of Steal” von Don Argott, nahm “To Forget” langsam Gestalt an. In Zusammenarbeit mit der alten/ neuen Violinistin Sonja Larson entstand ein Album, geprägt von einer geradezu naturalistischen Herangehensweise, das sehr persönliche Sounds und Texte mit Inspirationen aus der Natur und Field Recordings verbindet. AWITN 2012 ist eine neue Band, mit neuem Focus: weg von der unterdrückten Wut des Vorgängers hin zu wahrhaft schönen, aber melancholischen Tunes. Versuch dir vorzustellen, du liegst an einem schönen Spätsommertag in einem Getreidefeld und hörst nicht nur die Insekten um dich herum surren, sondern auch den Wind, der durch die Halme streicht und die Schwere der sinkenden Sonne, die sich warm, aber auch ein wenig vergänglich wirkend, senkt. Dieses Bild in Sound übersetzt – so klingen AWITN 2012.

PONTIAK

Echo Ono

Thrill Jockey

VÖ: 24. Februar 2012

Vertrieb: Rough Trade

Jede Band hat ihren eigenen Weg, sich dem Songwriting für ein Album zu nähern. Selten kommt es jedoch vor, dass eine Band geplant und mit einer konkreten Vision in einen Songwriting-und Aufnahmeprozess geht, der sich überdies noch grundlegend von dem ihrer Vorgängeralben unterscheidet. Pontiak haben das getan und mit “Echo Ono” ein Album aufgenommen, das von Anfang an als Album und nicht als Compilation verschiedener Songs geplant war. Musikalische Narration und der Wunsch, ein Bild zu malen, bei dem Sounds als Farbe funktionieren, setzten außerdem eine intensive Auseinandersetzung mit Technik voraus. An “Echo Ono” ist alles durchdacht: die Verwendung ganz bestimmter Verstärker und Studiotechnik sowie eine stringente Story, die sich durch Texte und Sounds zieht. Die Band hat sich ein eigenes Studio gebaut, dessen Herzstück ein Mischpult ist, das bereits Herbie Hancock gute Dienste geleistet hatte. Das Ergebnis ist eine Orgie aus Sound und verlangt laut gehört zu werden. So laut, dass Sound physisch erfahrbar wird. Kategorioen kann man sich sparen, denn wenn eine Band so konsequent auf dem Altar der Töne opfert, funktionieren keine Vergleiche.

EYVIND KANG

The Narrow Garden

Ipecac

VÖ: 27. Januar 2012

Vertrieb: Soulfood

Mit „Athlantis“ lieferte der Ausnahme-Violinist, der bereits mit John Zorn, Bill Frisell und Laurie Anderson gearbeitet hat und an nicht weniger als 50 Alben unterschiedlichster Künstler beteiligt war, ein Stück Musik ab, das die Grenzen populärer Musik und klassischer Musikdichtung angenehm zerfließen ließ. Mit dem neuen Werk “The Narrow Garden” verhält es sich ebenso. Die Komposition mutet wie ein Filmsoundtrack, indem Kang visuelle Räume durch Musik konstruiert und ausformuliert. In wahrhaft athmosphäischer Herangehensweise spannt der Künstler den Bogen von minimalistischen Tunes hin zu choraler Dichte und orchestralen Arrangements. Dabei greift er vermehrt auf Samples zurück, die sein außergewöhnliches Violinenspiel untermalen. So erschafft Kang wieder einmal ein Meisterwerk, dass NeoKlassik-Liebhaber ebenso wie Godspeed You! Black Emperor -, Terry Riley – und Tony Conrad – Freunde begeistern wird.

WINO AND CONNY OCHS

Heavy Kingdom

Exile On Mainstream

VÖ: 27. Januar 2012

Vertrieb: Soulfood

Über den Legendenstatus, dessen sich Herr Robert Scott Weinrich, besser bekannt als WINO erfreut, brauchen wir hier keine Worte verlieren. Sein Einfluss auf den Heavy Rock der letzten zwei Dekaden ist unbestritten: Saint Vitus, The Obsessed, Spirit Caravan, The Hidden Hand und zuletzt Shrinebuilder – nur einige Stationen seiner Geschichte. Conny Ochs ist schon seit einigen Jahren ein Mitglied der Exile On Mainstream Familie und hat im letzten Jahr ebenso wie Wino eine Akustik-Platte auf Exile On Mainstream veröffentlicht. 2010 brachte Conny dann zusammen mit Wino, als sie gemeinsam auf Tour gingen. Auf der Tour entwickelten sie nicht nur einen tiefen Respekt für die Kunst des jeweiligen anderen, sondern dieser Respekt gipfelte außerdem in Kollaborationen und der Verschmelzung beider Charaktere in Songs, die sie zusammen performten. Der Wunsch, eine Platte gemeinsam aufzunehmen nahm bereits während dieser Tour Gestalt an und bereits zum Ende hatten die beiden Songentwürfe fertig. Im Sommer 2011 trafen sie sich wieder. An vier Tagen auf Rügen und vier weiteren im Kabumm Studio zu Berlin entstand “Heavy Kingdom”: Zwei Künstler, zwei akustische Gitarren, eine sehr persönliche, intensive Reise durch Blues, Rock, Doom und Americana, in Szene gesetzt von den Produzenten Thommy Krawallo und Janko Möde. Zwischen klassischem Storytelling und filigran-göttlicher Gitarrenarbeit tauchen beide ein in ihre musikalische Seele und fördern persönliche und damit intensive Songs zutage. Alle Songs wurden von beiden gemeinsam erarbeitet und arrangiert. Somit ist „Heavy Kingdom“ kein Split-Album, sondern eine wirkliche Kollaboration. Nicht nur, dass sich die Platte musikalisch in eine Liga mit großen Songwritern wie Johnny Cash, John Sebastian, Townes Van Zandt, Tim Buckley oder Nick Drake stellt, sie ist dabei auch das, was man grundehrliche Musik nennen kann, ohne Überbau, modische Schnörkel oder Zeitgeist-Verpflichtung.

MIKE PATTON

The Solitude Of Prime Numbers

Ipecac

VÖ: 16. Dezember 2011

Vertrieb: Soulfood

Über seine Größe als Entertainer, Songwriter und Performance-Künstler ist viel geschrieben worden in den letzten Jahren. Seiner eigenen Legende fügt er nun eine weitere Facette hinzu und veröffentlicht auch noch Filmmusik.  Basierend auf dem Buch “Die Einsamkeit der Primzahlen” von Paolo Giordano geht es im Film um zwei Menschen, die in ihrer Kindheit traumatiesiert wurden und daher von ihrer Umwelt als außergewöhnlich wahrgenommen werden. Das schweißt die beiden zusammen. Als Metapher fungieren hier die sog. Primzahlzwillinge: Zahlen, die sich nahe sind, aber niemals zusammenkommen, weil eine Zahl dazwischen steht (wie z.B. bei 11 und 13) . Das Album selbst greift die Idee auf und setzt sie musikalisch um. Nur am Anfang und am Ende gibt es seine unverkennbaren Vocals. Dazwischen regieren Instrumente, mal orchestral, mal reduziert. Musikalisch geht er weniger avantgardistisch vor als je zuvor und liefert mit NeoKlassik-Verständnis ein weiteres beeindruckendes Zeugnis seines Könnens ab.

THE OFFICE OF FUTURE PLANS

s/t

Dischord

VÖ: 16. Dezember 2011

Vertrieb: Alive

The Office Of Future Plans war eigentlich nie dazu gedacht, weiter zu kommen als auf J. Robbins’ Festplatte. Dort gab es einen Ordner unter diesem Namen, der all das enthielt, was den Produzenten und Songwriter, der in so einflussreichen Bands wie JAWBOX, BURNING AIRLINES und CHANNELS gespielt hatte, davon abhalten sollte, in Langeweile zu verfallen – Fragmente, Songs, kathartische Übungen und Ideen. Die Sache änderte sich schlagartig, als die Chicago-Punks von THE BOMB, Robbins einluden, eine Show in Baltimore im Herbst 2009 zu eröffnen. Robbins stellte flugs eine Band zusammen, nur für diesen einen Abend, nur so zum Spaß. Die Band bestand aus Robbins selbst, Gordon Withers (Bells, The Pauses), Brooks Harlan (Avec) und Drummer Darren Zentek (Channels, Oswego, Kerosene 454). Doch er Spaß bleib auch nach dem Gig und die Band traf sich in Robbins’ studio um einfach weiter Songs zu schreiben und zu proben. Das Resultat ist nun dieses Dbüt-Album, eine Sammlung aus Songs, die für Robbins’ Verhältnisse unglaublich reich instrumentiert sind: Cello, Keyboards, dicke, fette Riffs. Office Of Future Plans fahren dabei fast bombastische Power Pop-Verweise auf und gehen spielerisch mit Metal-Versatz um. Es wäre schlichtweg eine Schande, wenn dieses Album nie erschienen wäre.

RETOX

Ugly Animals

Ipecac

VÖ: 28. Oktober 2011

Vertrieb: Soulfood

RETOX ist ebenso das Ergebnis der stagnierenden und immer langweiliger werdenden westlichen Kultur wie ihrer selbst-proklamierten Gegenkultur, die ebenso in die Sinnlosigkeit abgerutscht ist.  Vor diesem Hintergrund scheint auch das Namedropping sinnlos, mit dem man der Band promotechnisch beikommen könnte. Trotzdem sei es hier erwähnt: Gabe Serbian und Justin Pearson von u.a. The Locust, Some Girls und Cattle Decapitation sind das musikalische Grundgerüst, erweitert um Michael Crain und Thor Dickey. Musikalisch lässt sich RETOX am ehesten als Reaktion auf die Welt verstehen, in der die Mitglieder leben: beschissene Kindheit, Frustration und die permanente Rechtfertigung von Krieg. Das Ergebnis: ein brutales Statement zwischen Hardcore, Punk und Thrash Metal – schnell, laut und kompromisslos. Now let the music do the talking.

VOID

Sessions 1981-83

Dischord

VÖ: 28. Oktober 2011

Vertrieb: ALIVE

Mit “The thing about Void is that they started out weird and only got weirder.” beschreibt Alec Bourgeois von Dischord die nur dreijährige Geschichte der für die damaligen Verhältnisse wohl außergewöhnlichsten Band auf Dischord. Kontrollierte Dissonanzen, musikalisches Chaos und amöbenhaftes Ausschweifen vom Harcore-Zentrum in die Richtungen Jazz, Avantgarde und Metal waren das Markenzeichen von VOID und es ist keine Übertreibung, wenn man behauptet, dass VOID vieles vorwegnahmen, was 20 Jahre später Underground Punk/Rock/Metal kennzeichnet: konsequente Schubladenverweigerung. Bereits auf der ersten VOID-Show im Jahre 1980 im Wilson Center in Washington provozierte die aus Columbia, MD stammende Band offene Münder. Ian MacKaye (u.a. Fugazi, Dischord, Minor Threat) beschreibt ihren damaligen Einmarsch so: “Als Void starteten war es so, als ob jedes Bandmitglied seinen Part so schnell wie nur irgend möglich spielt, nur eben nicht zwangsläufig alle zusammen.” Diese Attitüde kanalisierte sich später in Sounds, die zwar chaotiosch anmuteten, aber musikalisch herausfordernd und absolut einzigartig waren. Die vorliegende Veröffentlichung enthält nun komplett neu gemastert die insgesamt 20 Songs der ersten Aufnahmen von VOID aus dem Jahre 1981, die bisher nicht veröffentlicht sind,  sowie das erste Demo inkl. der Songs für die Flex Your Head compilation und die bereits lange vergriffene “Condensed Flesh” 7″. Außerdem sind dabei: zwei bisher unveröffentlichte Outtakes der zweiten Session in den Inner Ear Studios aus dem Jahre 1982 und zwei Live Tracks von 1983, wovon einer der letzte Song ist, den die Band je gespielt hat.

FAITH

Subject To Change + First Demo

Dischord

VÖ: 28. Oktober 2011

Vertrieb: ALIVE

Eine Geschichtsstunde der wichtigen Art, eine Lektion im Grundkurs Hardcore Punk ist diese Wiederveröffentlichung in überarbeitetem Soundgewand: FAITH gründeten sich im Sommer 1981, nachdem einige der damals gerade über die Grenzen Washingtons hinaus bekannt gewordenen Bands das Zeitliche segneten: SOA, Minor Threat, Rec C und The Untouchables waren Vergangenheit.  Eine Zeit des Umbruchs und der Reorganisation des DC Undergrounds war angebrochen und FAITH der erste Zögling: Mit Michael Hampton und Ivor Hanson von SOA und Alec MacKaye von The Untouchables fanden sich im LineUp drei Protagonisten, die später um den ebenfalls vorher bei The Untouchables aktiv gewesenen Eddie Janey erweitert wurden. Mit Bassist Chris Bald fand sich außerdem ein neues Gesicht in der Band, der später u.a. bei Ignition und Embrace spielte. Der FAITH-Sound war düsterer und direkter, als alles, was in DC zuvor erschienen war und als eine Art “Supergroup” erhielten FAITH fast über Nacht einen Szene-Status, der ihnen viele Fans einbrachte. Die vorliegende Wiederveröffentlichung enthält in überarbeitetem Soundgewand das erste Demo der Band aus dem Jahre 1981, das u.a. den Song “You’re X-ed” enthält, in dem FAITH die Straight Edge – Thematik von Minor Threat aufgreifen, sowie die Songs der legendären VOID/FAITH split LP, die unbestritten eine der wohl legendärsten Hardcore-Scheiben ist, die je veröffentlicht wurden.

MORKOBOT

MoRbO

Supernaturalcat

VÖ: 21. Oktober 2011

Vertrieb: CARGO

Sie sind zurück! Wie schon auf den drei Alben zuvor, weiten die Italiener ihren Anspruch aus, eine eigene musikalische Sprache und dazugehörige Landschaft zu kreieren. Das hier ist ein weiteres Mal weniger Musik im eigentlichen Sinne als vielmehr Soundforschung in seiner reinsten Form. Dass man bei einer solchen Beschreibung keine James-Last-Platte erwarten sollte, versteht sich von selbst. Trotzdem kommen MoRkObOt dieses Mal wesentlich eingängiger um die Ecke als zuvor. Treibendes Instrument ist wieder der Bass und Freunde von THRONES, MELVINS und/ oder DON CABALLERO kommen an dieser Platte nicht vorbei.

SANDRO PERRI

Impossible Spaces

Constellation

VÖ: 21. Oktober 2011

Vertrieb: CARGO

Vier Jahre nach seinem letzten Album “Tiny Mirrors” kehrt Sandro Perri endlich mit einem neuen Werk zurück.  Sandro Perri ist vor allem bekannt als Kopf hinter POLMO POLPO und GLISSANDRO 70. Mit “Impossible Spaces”erwartet den Hörer ein wahrhaft traumhaftes Album. Perri schwelgt geradezu in kreativer Heldenverehrung und Hommage an z.B. Skip James (zu seiner Vanguard-Era), Caetano Veloso und Singer/Songwriter-Größen wie Tim Buckley, Tim Hardin oder Harry Nilsson. So ist “Impossible Spaces” eine Art Meta-Album. Es ist nicht nur Musik, sondern Musik über Musik – eine Art Landkarte von Perris Vorlieben und Begeisterungen und er wird damit zu einer Art Evangelist, der Musikgeschichte schreibt, im wahrsten Sinne des Wortes


SISKIYOU

Keep Away The Dead

Constellation

VÖ: 30. September 2011

Vertrieb: CARGO

Siskiyou starteten als Bandprojekt der beiden Great Lake Swimmers – Mitglieder Colin Huebert und Erik Arnesen. Ihr selbstbetiteltes Debüt-Album, das im Herbst 2010 erschien, konnte Kritiker und Fans gleichermaßen überzeugen und bescherte der Band unerwartet hohe Aufmerksamkeit. War dieses Album noch gekennzeichnet von musikalischer Patchwork-Herangehensweise, die sich im dezentralisierten Aufnahmeprozess manifestierte, wuchsen Siskiyou bereits kurz nach den Aufnahmen zum Debüt zu einer richtigen Band. “Keep Away The Dead” wurde anders als der Vorgänger gemeinsam in einem kleinen Dorf namens Mara in British Columbia aufgenommen. Die Bevölkerung des Ortes zählt gerade mal 350 Leute und das Album entstand im sog. Mara Community Centre im Winter 2010/2011. Dieser Entstehungsprozess ist dem Werk deutlich anzumerken. War das Debüt noch eine Sammlung aus skizzenhaften Tunes, walzt “Keep Away The Dead” Ideen in epischer Breite aus und präsentiert sich wie eine akustische ländliche Novelle mit Gothicflair und kinematographischer Wucht und Subtilität. Hueberts flirrende Akustikgitarren-Lines und seine Stimme, Arnesens Banjo und die neue Rhythmussektion um Peter Carruthers und Shaun Watt erschaffen geradezu majestetische Klanglandschaften, die ebenso düster wie einnehmend sind: wie ein warmes Lagerfeuer in einer kalten, mondlosen Nacht.

EVANGELISTA

In Animal Tongue

Constellation

VÖ: 23. September 2011

Vertrieb: CARGO

Carla Bozulich aka Evangelista gehört seit nunmehr über zwanzig Jahren zu einer der schillerndsten Figuren der internationalen Avantgarde-und NoWave-Szene, deren musikalische Inkarnationen fast unüberschaubar sind. Sie hat mit Mike Watt, Lydia Lunch, Bulbul, Willie Nelson oder Sonic Youth gearbeitet und ist spätestens seit August 2009, als sie gemeinsam mit Marianne Faithfull und Marc Ribot in einem berauschenden Konzerterlebnis die Ruhrtriennale eröffnete, auch hierzulande eine bekannte Persönlichkeit. Mit “In Animal Tongue” liegt nun nach dem 2009er Werk “Prince Of Truth” ein neues Album vor, das vor allem vom Wechselspiel aus Depression, Melancholie und Aufbruch bis hin zur Wut lebt.  Carla Bozulich badet ein weiteres Mal förmlich in Authentizität und Emotionalität. Thematisch befasst sich das Album mit ihrem Wegzug aus Los Angeles und ihrem nomadischen Dasein in den letzten Jahren. Auf dem Album finden sich viele Gäste, mit denen sie unterwegs wahrhaft fantastische Kollaborationen aufgenommen hat. Mit ihren eigenen Worten umschreibt sie die Inspirationen für “In Animal Tongue” so: “driven by the forces of rocks, evolution, geology, drugs, boxing, everything-ology and dead stuff that makes the dirt and cement and the tress grow. Plus real versus fake!!!” Der harte Kern ihrer Band besteht z.Zt. aus Sam Mickens (The Dead
Science), Shahzad Ismaily (Laurie Anderson, Secret Chiefs, Sam Amidon) and John Eichenseer (jhno).

WOLVES IN THE THRONE ROOM

Celestial Lineage

Southern Lord

VÖ: 23. September 2011

Vertrieb: Soulfood

Verwurzelt in der kraftvollen und nihilistischen Ästhetik des Black Metal übertragen Wolves In The Throne Room ihre Einflüsse in einen naturalistischen Kontext, der schier atemlos macht. Ausufernde Soundkaskaden treffen auf pastorale Atmosphäre. Inhaltlich begreifen sich WITTR als eine Kraft, die Black Metal als “reinigendes Feuer der Befreiung von den Fesseln der Rationalität, Wissenschaft, Moral und Religion” versteht. Sie folgen damit einem tief verankerten naturalistischen Selbstverständnis, was ebenso kontrovers wie faszinierend sein kann. Musikalisch sind sie die Reflexion der Landschaft des amerikanischen Nordwestens, aber philosophisch verarbeiten sie auch Einflüsse der Westküste ebenso wie des europäischen Undergrounds: theosophische Ideale, Beatniks, The Grateful Dead, Neurosis, Zurück-zur-Natur, Satanic Hippies, Anarchist Punk Movement – alles findet seine Reflexion im WITTR-Sound, der auch dieses Mal wieder in Szene gesetzt wurde von Randall Dunn. (u.a. Earth, Boris, Cave Singers, Bjork). Nathan und Aaron Weaver arbeiteten auf Celestial Lineage u.a. mit Sängerin Jessika Kenney und Aaron Turner (ISIS) zusammen. Celestial Lineage gilt als Abschluss einer Trilogie, die mit “Two Hunters” begann.

RISING

To Solemn Ash

Exile On Mainstream

VÖ: 23. September 2011

Vertrieb: Soulfood (CD), Cargo (LP)

Auf „To Solemn Ash“ lösen RISING nun die Versprechen ein, die ihre fast schon legendären Live Shows gegeben haben: wie ein Bulldozer, der nicht so richtig weiß wohin mit seiner Kraft, walzt „To Solemn Ash“ los und hält diesen Level über Albumlänge. Hier gibt es kein Füllmaterial. Erinnerungen werden wach an klassische Tunes von Bands wie Celtic Frost, Judas Priest, Iron Maiden oder Slayer. Doch RISING haben ihre Hausaufgaben gemacht und spielen mit ihren Inspirationen, und empfehlen sich damit in die Gesellschaft von Heroen wie KYLESA, MASTODON, BARN BURNER, RED FANG oder BARONESS, mit denen sie auch bereits mehrmals die Bühne teilten. Alle diese Bands teilen dieselben Inspirationen, versehen sie mit Originalität und vor allem authentischer Frische. Nicht umsonst werden sie deshalb als Zukunft des Metal gepriesen. Und RISING sind mit von der Partie. Im Jahre 2009 fingen sie sich gar eine Nominierung als „Best Metal Talent“ bei den Danish Metal Awards ein.

RADIO BURROUGHS

Filler.Words.Gesture LP (+Download Code)

Altin Village & Mine

VÖ: 21. Oktober 2011

Vertrieb: Cargo

Radio Burroughs aus Berlin haben „Filler words. Gesture.“ aufgenommen. Radio Burroughs haben schon einmal eine Platte aufgenommen, aber das ist gemessen an der 6jährigen Bandexistenz nicht viel. Eher zu wenig. Ihre Platten (und noch viel mehr ihre Konzerte) lösen etwas aus. Indierock, Post-Punk, das führt alles zu nichts, das kennt man ja seit 20 Jahren. Aber man weiß auch seit 20 Jahren, wie gut diese schroffe Unaufdringlichkeit in ihren Ausnahmemomenten sein kann, wie mitreißend die filigran durchdachte, aber nie aufgesetzte Songschreibe. „Filler words. Gesture.“ sieht gut aus, in der Verpackung steckt viel Liebe (Stichworte: Klappcover, Pop-Up). „Filler words. Gesture.“ ist eine dieser Platten, die so klingen als wären sie schon immer dagewesen. Festsitzen im Unterbewusstsein, subtil und säuselnd – aber genau das ist es, was Platten ausmacht, die lange währen, und persönliche Klassiker werden können. Und zum Glück kann man sie immer wieder auflegen. Ab dem 21.10.2011.

CHAD VAN GAALEN

Soft Airplane LP (+Download Code)

Altin Village & Mine

VÖ: 26. August 2011

Vertrieb: Cargo

Pünktlich zur Europa Tour von Chad VanGaalen wird es Soft Airplane als limitierte 2×12″ im Klappcover geben. Während Chad VanGaalen’s bisherige Alben seine musikalischen Bezugspunkte bereits andeuteten, erlebt man auch auf Soft Airplane einen Künstler auf mehreren Pfaden wandelnd – auf überzeugende Art und Weise werden hier Genregrenzen verwischt, ohne jemals den Fokus zu verlieren. Lösgelöst von jedweder Erwartungshaltung und Restriktion scheint Chad vangaalen’s musikalischer Ausdruck sowohl fokusiert als auch uneingeschränkt. Die Songs auf seinem inzwischen 3. Album zeichen Blaupausen von Geburt & Tod, reflektieren die Veränderungen der 2 Jahre die seit dem Vorgängeralbum Skelliconnection vergangen sind und lassen den Hörer in eine charismatische und einzigartige Welt eintauchen. Soft Airplane bleibt trotz des üppigen, komplexen Mix aus “Found Sounds”, Vibraphone, verdorbenen Synthesizern und Drum Machines, Akkordeons, Cello, Klarinette und vielem mehr, seinen Lo-Fi Wurzeln treu. Bis dato VanGaalen’s überzeugendstes Werk!

BARN OWL

Lost In The Glare

Thrill Jockey

VÖ: 16. September 2011

Vertrieb: Rough Trade

Lost In The Glare ist Barn Owl’s zweites Album für Thrill Jockey und schließt faktisch nahtlos an die kongeniale Shadowland EP an. Beide Veröffentlichungen wurden live-to-tape im Studio von Phil Manley in San Francisco aufgenommen und beide haben als treibendes Merkmal die duellierenden Gitarren-Sounds der beiden Barn Owl-Protagonisten Caminiti und Porras. Während die Veröffentlichungen der Vergangenheit jedoch mit Harmonium Klängen glänzten, unterfüttert hier eine Farfisa Orgel die Gitarrenspiralen sowie eine Bassklarinette (Portraits’ Steve Dye), Gong (Michael Elrod von. u.a. Date Palms) und nicht zu verschweigen das unglaubliche Schlagzeugspiel von Jacob Felix Heule, der mit fast brutalem Punch den Tracks eine geradezu schamanische Note verleiht. Auf dem gesamten Album lässt sich die tonal kongenial umgesetzte Hitze der Sahara ebenso spüren wie die Eiseskälte des Weltraums. Barn Owl gelten nicht umsonst als eine der herausragendsten Bands der kontemporären Drone-Szene, die hinter deren Anführern Sunn0))) und Earth noch lange nicht zuende ist.

THE BOOK OF KNOTS

Garden Of Fainting Stars

Ipecac

VÖ: 9. September 2011

Vertrieb: Soulfood

Das experimentelle Artrock-Studiokollektiv The Book Of Knots gibt es bereits seit 2003. Seitdem und auch bereits vorher haben Matthias Bossi, Joel Hamilton und Tony Maimone die alternative Brooklyner Szene bereits gehörig aufgemischt: Die drei Mannen spielten und arbeiteten bis dahin mit Acts wie Skeleton Key, Sleepytime Gorilla Museum, Shiner, Battle Of Mice, BlakRoc, Pere Ubu, Frank Black und They Might Be Giants. Nach dem 2007er Album “Traineater” schlagen sie nun endlich ein neues Kapitel auf: wiederum findet sich eine illustre Schar von Gaststars, die die Tracks zwischen kinematographischen Soundscapes, Field Recordings, kammermusikalischen Verwerfungen und eklektischen Rock-Verweisen veredeln. So steuerten bspw. BLIXA BARGELD und MIKE PATTON Vocals bei, MIKE WATT einige Bass-Tracks und TREY SPRUANCE seine Gitarren-Skills. Das Ergebnis ist ein Album, wie man es selten hört: musikalisch geradezu grenzenlos faszinierend und lyrisch fordernd.

BROKEN.HEART.COLLECTOR

s/t

Discorporate

VÖ: 16. September 2011

Vertrieb: Soulfood

Bei BROKEN.HEART.COLLECTOR vereinen sich fünf der speziellsten Vertreter unausgesteckter Pfade: Die slowenische Vokalkünstlerin und Bassflötistin Maja Osojnik, die von slowenischen Volksliedern, Pop & Avantagarde, bis hin zu Black-Metal-Gegrowle so ziemlich alles beherrscht und wegen dieser Spannbreite auch in einer Vielzahl verschiedenster Ensembles aktiv ist (Rdeca Raketa, Maja Osojnik Band, FruFru, Subshrubs); Bassklarinettistin Susanna Gartmayer, bekannt aus der hiesigen Improvisationsszene; und dann wären da noch Bulbul – die österreichische Superband, die das klassische Rock-Line-Up seit Jahren dazu gebrauchen, um es bis über die Grenzen hinaus zu treten und sowohl konzeptuelle Umweltgeräuschplatten wie auch die cleversten Schweinerockknaller hochgehen zu lassen, die im Bereich des Unmöglichen liegen. „Broken.Heart.Collector“ ist ein mitreißender Lavastrom, führt von Dr. Caligaris Kabinett nahtlos über Gute-Nacht-pfeifende Eulen und verschleppt-wubbernde Schattenreiche zu fetten Disco-Beats. Plötzlich findet man sich auf einem Wüstentrip mit Alejandro Jodorowsky wieder, gleitet durch schwerelose Räume und überdimensionale Klangflächen, über die die Ketten rasseln und das Eisen zwitschert.  Die Instrumente sind oft hörbar präpariert, so wie einst John Cage das Klavier mit Spachteln, Gummis und ähnlichen Utensilien wieder spannend gemacht hat. Es quietscht und scheppert, bis die Protagonisten aus ihren Instrumenten bruitistische Flächen trimmen, die langsam zu sogartigen Grooves mutieren.

FRIEDRICH PARAVICINI

Mr. Mandom

Barnes & Quincy

VÖ: 26. August 2011

Vertrieb: Cargo

Der Soundtrack zum Charles Bronson – Film, der nie gedreht wurde. 2009 trifft Friedrich Paravicini auf den ungarischen Hilfsarbeiter Robert Kovacs und ist geschockt: Kovacs sieht aus wie Charles Bronson, bewegt sich wie Bronson; selbst die kargen englischen Sätze, die er von sich gibt, klingen verdammt nach Bronson! Unvermittelt wird Paravicinis aus Jugendtagen stammende Obsession für schmutzige Gangsterfilme der 60er und 70er Jahre, ihre knallharten Protagonisten und düsteren italienischen Filmscores auf drastische Weise zum Leben erweckt. Angetrieben durch die Begegnung mit der Reinkarnation seines Jugendhelden macht sich Friedrich Paravicini daran, einen genrespezifischen Soundtrack zu erschaffen, der dem Zuhörer die Möglickeit gibt, seinen ganz eigenen Bronson-Film vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. 13 Tracks, instrumentiert mit strengem Streichorchester, kristallhartem Cembalo und stählernen Gitarren. Stilgerecht von Paravicini im Alleingang mit der Präzision eines Auftragsmordes komponiert, gespielt und aufgenommen. Gnadenlos, ohne Kompromisse: Mister Mandom.

PREMONITION 13

s/t

Volcom Entertainment

VÖ: 22. Juli 2011 (ACHTUNG! Neuer Termin. Verschoben vom 17. Juni!)

Vertrieb: ADA/ Warner Music Group

DIE neue Band um WINO und MATTHEW CLARK (OSTINATO)! Das Mantra über die Vergangenheit von Scott „Wino“ Weinrich und seinen Legendenstatus sparen wir uns dieses Mal. Denn wer das hier liest, hat mit Sicherheit soviel Kenntnis über Musikgeschichte um den Mann einzuordnen. Dass er derzeit einen kreativen Flow wie nie zuvor hat, sollte jedem musikinteressierten Zeitgenossen ebenfalls nicht entgangen sein: Mit den machtvoll wieder auferstandenen SAINT VITUS, seinem Akustik-Soloalbum vom letzten Jahr und natürlich als Mitglied der Supergroup SHRINEBUILDER ist der Mann derzeit in aller Munde. Die Zeit zwischen diesen Verpflichtungen verbrachte er im letzten Jahr in der kalifornischen Wüste mit seinem langjährigen Freund Jim Karow, der in dem Haus wohnt, das einst Aldous Huxley gehörte und in dem dieser seine berühmten LSD-Experimente durchführte. Ob es die Freizeit oder der außergewöhnliche Vibe des Hauses war oder einfach die Tatsache, dass nach 20 Jahren gemeinsamem Jammens die Zeit einfach reif für eine Band war, soll ungeklärt bleiben. Halten wir uns lieber an die Fakten: gemeinsam mit Drummer Matthew Clark (Ex-OSTINATO) zünden die drei hier ein absolutes Feuerwerk an Doom-infiziertem Rock an, wie man es von einer Band mit Wino erwartet. Stilistisch noch am ehesten mit den besten Momenten von THE HIDDEN HAND vergleichbar feiert Wino hier ein weiteres Mal die Macht des Riffs, dieses Mal aufgeladen mit zuweilen sehr ironischen Lyrics und unter heftigem Einfluss seiner neu entdeckten Leidenschaft für den E-Bow spannen Premonition 13 den Bogen von doomig-monströsen Balladen bis hin zu straightem Punkrock im Stile Motörheads. King Crimson und die allgegenwärtigen Black Sabbath können ebenso als Orientierungsmarken herhalten. Live konnte man Premonition 13 bereits im letzten Jahr auf unserem South Of Mainstream Festival und als special guest auf einigen der Akustik Shows des Herrn Weinrich erleben. Eine Tour für den Herbst ist in Planung. Und bevor das falsch verstanden wird: Premonition 13 ist kein Projekt, sondern eine Band!

PLANKS

The Darkest Of Grays/ Solicit To Fail

Southern Lord

VÖ: 17. Juni 2011

Vertrieb: Soulfood

Germany conquers Southern Lord, part I: In strikt limitierter Edition von 2000 CDs veröffentlicht Southern Lord Nuggets aus dem Underground, die bisher nur auf Vinyl beziehungsweise sehr eingeschränkt erhältlich waren. Diese CD der Mannheimer PLANKS beinhaltet ihr zweites Album “The Darkest Of Grays” und die daran anschließende 12″ “Solicit To Fail”. Beide Releases waren bisher nur auf Vinyl über Per Koro Records und Institut für mentale Hygiene erhältlich.  „The Darkest Of Grays” ist ein Konzeptalbum,das sich mit dem Verlust von Menschlichkeit durch emotionalen Zusammenbruch einer Person auseinandersetzt. “Solicit To Fail” wurde zur selben Zeit aufgenommen und passt als Ergänzung hervorragend, auch wenn die vier Tracks dieser 12″ nicht dem Konzept unterliegen”. Musikalisch zeigen sich PLANKS geradezu urgewaltig intensiv. Depressive Kälte und instrumentale Schwere legen erstmal alle Synapsen lahm, bevor sie mit treibenden, tribalistischen Drums und Growl-und Shriek-Vocals wieder massiert werden. In all ihrer tonalen Beklommenheit schaffen es PLANKS dann aber doch immer wieder Melodiebögen zu zaubern, wie man sie von Wave-Helden wie z.B. Joy Division oder The Cure kennt. Das Ergebnis ordnet sich irgendwo zwischen Breach, frühen ISIS, Mastodon und Darkthrone ein. Gewaltig!

ALPINIST

Lichtlaerm/ Minus.Mensch

Southern Lord

VÖ: 17. Juni 2011

Vertrieb: Soulfood

Germany conquers Southern Lord, part II: ALPINIST kommen aus Münster und ihr Sound ist düster und brutal. Schon ist eine Kategorie gefunden: Dark Hardcore. Aber der Pfad führt in die Irre. Sicher schöpfen ALPINIST ihre Einflüsse aus dem Hardcore und Crust (hier v.a. Amebix und frühe Neurosis), aber ihr Sound ist um Längen komplexer und damit unkonventionell. Politisch deutlich links kontern ALPINIST von vornherein alles, was stumpf und effekthaschend sein könnte. Und davon gibt es im Hardcore einiges. Dabei gehen sie derart wütend vor, dass ihre Vehemenz einem schlicht den Atem raubt. Diese Vröffentlichung ist ebenfalls Teil einer Art Serie auf Southern Lord, in der Underground-Nuggets erstmalig auf CD veröffentlicht werden. Auch diese CD ist strikt limitiert auf 2000 Exemplare weltweit.

TANNHÄUSER STERBEN & DAS TOD

Eigengift 12″ LP

Altin Village & Mine Records

VÖ: 3. Juni 2011

Vertrieb: CARGO

Hinter dem Namen Tannhäuser Sterben & das Tod verbergen sich die Musiker Thomas Mahmoud (Ex Von Spar) und Gerald Mandl (Mediengruppe Telekommander). “Eigengift” ist nach diversen Tape-und Digitalveröffentlichungen über ihr eigenes Label Edition Mutation die erste LP im Albumformat. Auf “Eigengift” lösen sie nun ein, was sie mit den vorangegangenen Veröffentlichungen versprochen haben: Rhythmische, fast schon ritualistische Beatverarbeitung als Basis für Klangschichtungen: Musik, die sich als in erster Linie als ästhetische Darstellung äußert, immer wieder aufgeladen an meditativen, verhallten Vocals und Field Recordings. Eine Einordnung fällt schwer, zu außergewöhnlich ist das, was die beiden da im wahrsten Sinne, zaubern. Ja, zauberhaft ist wohl das richtige Wort.

JOHN MAUS

We Must Become The Pitiless Censors Of Ourselves

Upset! The Rhythm

VÖ: 24. Juni 2011

Vertrieb: CARGO

Auch auf seiner dritten Platte bleibt sich John Maus musikalisch treu und huldigt weiter dem Jahrzehnt, in das er hineingeboren wurde. Dem gesamten Album scheinen die Achtziger quasi aus dem Arsch und auch wenn sich uns bei dem Gedanken daran selbiger zusammenzieht, gerät er spätestens beim Anhören dieser Scheibe in tanzende Verzückung. Was ist nur los mit diesem Typen aus Austin, Minnesota, dass er es mit derartiger Leichtigkeit und grenzenloser Coolness schafft, vor Überzuckerung nur so triefende Synthie-Beats und DX7-Klänge auf die Menschheit loszulassen, ohne zynische Lacher zu ernten. Fast schon denkt man, damals etwas verpasst zu haben und zwischen Human League, Heaven 17 und Billy Idol hätte es mehr gegeben als Rick Astley. Muss es wohl, denn der Schoß, aus dem das hier kriecht scheint fruchtbar. Und selbst wenn nicht: so schnittig hat mir noch keiner meine blondierte Popperlocke gefönt. Was für ein Album!

BORIS

Heavy Rocks

Attention Please


Beide:

Sargent House

VÖ: 24. Juni 2011

Vertrieb: CARGO

Japanese Doomsday 2011. Für das Wort Kompromiss gibt es keine japanische Übersetzung – das schrieben wir schon im Platteninfo zur ersten Boris-Scheibe, die wir vor gefühlten 20 Jahren promotet haben. Dass die Japaner es immer wieder schaffen, diese These neu zu verifizieren, dafür haben wir hier den Beweis: zwei Alben am selben Tag. Davon eins mit dem gleichen Titel wie schon ein Album 2002, aber mit völlig anderer Musik! Aber einem ähnlichen Cover Artwork. Wie beknackt muss man als Band eigentlich sein um auf so eine Idee zu kommen? Die Antwort liefert die Begründung: Boris ließen verlauten, dass dieses Album „Heavy Music“ neu definieren wird, als Höhepunkt ihres bisherigen Schaffens. Wenn das keinen Sinn macht! „Attention Please“ nimmt sich dagegen schon fast normal aus, auch wenn es natürlich erwartungsgemäß überirdisch gut ist. Und: es ist das erste Album der Bandgeschichte, auf dem Gitarrist Wata durchweg den Lead Gesang übernommen hat. Ansonsten gilt auch hier: Bass und Gitarren über eine Wand aus Orange-Boxen, die die Leistung einer mittleren Kleinstadt hat. Das sind Boris. Punk trifft Metal trifft Noise.

WHITE HILLS

H-p1

Thrill Jockey

VÖ: 24. Juni 2011

Vertrieb: Rough Trade

Nicht nur, dass WHITE HILLS mit diesem neuen Album ihre Annäherung an SpaceRock, Noise und Psychedelia musikalisch auf ein neues Level heben, sondern auch in Sachen Intensität schaffen die drei alles in Schatten zu stellen, was sie in der Vergangenheit gezaubert haben. “H-p1″ ist ihr dichtestes und gkleichzeitig auch ihr wütendstes Werk, in dessen Zusammenhang sie auch mit politischen Statements nicht geizen. Hier in ihren eigenen Worten:

“We can barely pay our rent each month but we are willing to pull out our credit cards and go into debt each time a new iPhone promises a better connection. The joke is on us. Our greater connectivity has caused us to disconnect from our humanity. We have been sold the religion of consumerism to feed the corporate machine. We have been tricked into believing that wanting our tax dollars to pay for our own health care is treacherous to the ideals of a democratic society. H-p1 is symbolic of the simplification of complex ideas to keep the masses from questioning the system. – Ego Sensation

Dieser Wut lassen WHITE HILLS auf dem zweiten Album für Thrill Jockey Records freien Lauf – Psychedelic Rock in der Tradition solcher Helden wie Acid Mothers Temple oder Hawkwind kreuzen sie in geradezu überschäumender Intensität und Spielfreude mit dem experimentellen Noise von Bands wie bspw. Boris. Das Ergebnis macht dich sprachlos!

JOE LALLY

Why Should I Get Used To It

Dischord

VÖ: 17. Juni 2011

Vertrieb: Alive

Lange 4 Jahre nach dem letzten Werk „Nothing Is Underrated“ kommt FUGAZI-Bassist Joe Lally mit einem Nachfolge-Album um die Ecke – und macht dort weiter, wo die beiden Vorgänger bereits tief schürften:  Intensive Songs, nicht zwangsläufig geradlinig, weil voller Emotionen – das ist der Inhalt von „Why Should I Get Used To It“. Doch etwas ist anders: während die beiden vorangegangenen Platten vor allem durch Gastmusiker bestachen, hat Joe Lally nun eine konstante Band um sich geschaart, die ihn auch bereits auf den letzten beiden Touren begleitete. Außerdem nahm er die Scheibe dieses Mal in seiner Wahlheimat Rom auf.

BARN OWL

Shadowland LP

Thrill Jockey

VÖ: 17. Juni 2011

Vertrieb: Rough Trade

Anknüpfend an das großartige Album “Ancestral Star” veröffentlichen BARN OWL im Juni eine streng limitierte EP pünktlich zu ihrer großen Europa-Tour. Es wird außerdem eine geringe Auflage an 12″ in klarem Vinyl geben, die ausschließlich auf den Konzerten erhältlich sein wird. Bereits 2006 gegründet, werden BARN OWL immer wieder als Missing Link zwischen Drone a la SUNN0))) und dem Proto-Ambient eines Ennio Morricone beschrieben. Zwischen Ambient und Americana, zwischen Black Metal und Drone erschaffen BARN OWL mal leichtfüßig flirrende, mal druckvolle Arrangements, die spätestens seit dem Debüt für Thrill Jockey, “Ancestral Star” eine ganz eigene Sprache entwickelt haben. Die drei Songs der “Shadowland” – EP wurden von Phil Manley (Trans Am) in San Francisco produziert und schöpfen noch konsequenter aus Inspirationen wie Alice Coltrane, Popol Vuh und Tangerine Dream.

PONTIAK

Comecrudos LP

Thrill Jockey

VÖ: 17. Juni 2011

Vertrieb: Rough Trade

Drei Brüder auf dem Weg von Phoenix, Arizona nach Texas, Route 385. Die Scheiben sind runtergekurbelt und draußen zieht die atemberaubende Landschaft vorbei. In der Nähe des Rio Grande halten sie an, übernachten unter freiem Himmel in einem Vulkankrater und wandern an den Ufern des Flusses. Fehlt nur noch der Soundtrack zur Fahrt. Und den legen Pontiak jetzt vor, denn genau diese Szene war Inspiration für diese, nur auf LP erhältliche Veröffentlichung. Im Moment befinden sich PONTIAK im Studio um das für Anfang 2012 angekündigte neue Album aufzunehmen. Bis dahin kann man sich die Wartezeit mit dieser grandiosen Platte verkürzen – die Band selbst empfiehlt das Anhören selbiger “während der Autofahrt, Scheiben runtergekurbelt, volle Lautstärke, mit Staub in der Luft.” – oder wahlweise auch in der U-Bahn, “während man sich vorstellt, in einem Auto zu sitzen, Scheiben runtergekurbelt, volle Lautstärke, mit Staub in der Luft.”

SCHNAAK

Wake Up Colossus

Discorporate

VÖ: 13. Mai 2011

Vertrieb: Soulfood

SchnAAk machen Feuer aus Verstärkern. Sie wissen wie man das tut, denn sie sind besonders schlau… und sie kochen Menschenfleisch darüber, ziemlich freundlich.
Es ist einige Zeit her, dass die Beiden fünf Songs pro Abend spielten und Grimassen schneidend stereotyp „Gewöhnt euch dran!“ riefen. Nach zwei erstaunlichen EP’s ist die eigene Befreiung aus der Verkrustung in Factory Noise Sessions längst gelungen. Nur der Eimer ist von Anfang an geblieben, mehr als ein perkussives Element, so etwas wie ein echtes drittes Bandmitglied, und immer perfekt zwischen den Beiden platziert.  Nach einigen Ausflügen durch Europa, in die Vereinigten Staaten und auch den schwarzen Kontinent, lebte der sonderbare Hybrid SchnAAk auf und liebäugelt mit seltsamen Hip-Hop-Beats, Comic-Art Paralleluniversen und stylishen afrikanischen Rhythmen, wenn auch tief in einer Fabrik aus kosmischen Noise operierend. Nun jedoch haben sie ihre Maschinen zum Mitsingen angepasst. Richtig gehört: Mitsingen! Auf Wake up Colossus schmiegen sich ummodellierte Instrumente und abgefahrene Sounds aneinander und bilden eine Art superorganische „New Pop Music“ mit dem Fokus auf Songwriting, verwegener Eingängigkeit und seltsamer Hooks. Wenn wir hier wären um Genres zu erfinden, dann würden wir das wohl “Transzendentaler Neuer Maschinen Pop“ nennen.
In der bizarren Welt von Wake up Colossus verschmilzt die experimentelle Entwicklung, die in instrumentaler und elektronischer Musik stattfindet, perfekt ineinander unter Einbettung infantiler Sounds, moderner Komposition, Electronika, Soul, Avantrock, Worldjazz und funky Pseudo-R’n'B..

END OF LEVEL BOSS

Eklectric

Exile On Mainstream

VÖ: 27. Mai 2011

Vertrieb: Soulfood

„Eklectric“ heißt das neue Werk und damit verteidigen END OF LEVEL BOSS ihren Spitzenplatz in einer Szene, die es eigentlich gar nicht gibt: Dort wo Metal, Alternative, Avantgarde und Stoner Rock aufeinander treffen, gibt es eigentlich nur Platz für eine Band, und die füllt den Raum fast vollständig aus: END OF LEVEL BOSS. Die Einflüsse hört man: VOIVOD sind offensichtlich, aber auch Versatzstücke solcher Helden wie OPETH, HELMET und vor allem KING CRIMSON sind allgegenwärtig. Aus diesen Zutaten destillieren END OF LEVEL BOSS einen Sound, der ebenso Arsch wie Kopf hat. Dass die Band live jede Mauer zumindest bröckeln lässt, brauchen wir sicher nicht extra erwähnen, die Kunde ihrer Gigs auf Festivals wie dem ROADBURN 2006, dem SOUTH OF MAINSTREAM 2006, 2008 und 2010 oder unzähliger Clubshows, v.a. auf Tour mit den Labelbrüdern PLACE OF SKULLS, THE HIDDEN HAND und VOLT sollte längst die Runde gemacht haben.

ESMERINE

La Lechuza

Constellation

VÖ: 27. Mai 2011

Vertrieb: Cargo

Es ist wahr! Es gibt ein neues ESMERINE – Album! Ende Mai wird “La Lechuza” erscheinen und ist einfach nur stark. Auf zwei Songs singt der kanadische Troubadour Patrick Watson und es enthält außerdem den letzten von Lhasa de Sela aufgenommenen Song, die sich kurz vor ihrem tragischen Tod zu einer Kollaboration mit Esmerine entschlossen hatte. Das ganze Album ist Lhasa gewidmet.

EFRIM MANUEL MENUCK

Plays: “High Gospel”

Constellation

VÖ: 27. Mai 2011

Vetrieb: CARGO

Efrim Manuel Menuck, Kopf hinter Godspeed You! Black Emperor und A Silver Mount Zion Orchestra kommt hier mit seinem ersten Soloalbum, auf dem er ganz persönliche Dinge verarbeitet. Entstanden sind die Songs in den letzten anderthalb Jahren und lassen einen tiefen Blick zu in die Seele des Mannes, der nie versucht hat, persönliches, privates Leben von künstlerischer Äußerung zu trennen. Tief beeinflusst von den Emotionen, die ihn während und nach der Geburt seines Sohnes Ezra begleitet haben und geprägt von seiner Liebe zu Jessica Moss (die bei ASMZ auch Violine spielt) pendeln die Stücke zwischen experimenteller Klangentdeckung und Verneigung vor Melodien hin und her. Ein wunderbares Album! Promos haben wir bereits hier.

MATANA ROBERTS

COIN COIN Chapter One: Gens de couleur libres

Constellation

VÖ: 13. Mai 2011

Vetrieb: CARGO

Matana Roberts gilt zu Recht als eine der bekanntesten Vertreter kontemporärer Afrikanisch-Amerikanischer Experimentalmusik. Ihre weltweit geachteten Skills auf dem Alt-Saxophon, kombiniert mit engagierter Neudefinition amerikanischer Jazztraditionen kanalisieren sich auf dem vorliegenden Album mit einer Wucht, wie sie Jazz heute selten auszulösen imstande ist. Diese Veröffentlichung ihres Projekts COIN COIN, an dem sie bereits seit Mitte der 2000er Jahre mit wechselnden Musikern arbeitet, ist eine vollständig live eingespielte Session. Constellation lud die Musikerin mit Freunden und Partnern ein, eine Show im Hotel2Tango Studio zu spielen – mit ca. 30 ausgewählten Gasten. Teilweise komponiert, teilweise improvisiert, besticht das Material vor allem durch seine Universalität. Matana sagt selbst dazu: “COIN COIN ist eine kompositorische Sprache, die ich seit etwa 2006 zu entwickeln versuche. Dabei war der Ausgangspunkt eine Kindheits-Faszination fur Geister, Spuk und Gespenster und vor allem für die Spuren, die sie hinterlassen. Ich habe ein tiefes Interesse an antiken Objekten, besonders wegen der Geschichten und der vielen Moglichkeiten von Geschichten, die sie zu erzählen imstande sind. Das alles kombiniert mit meiner Lust an musikalischer Kommunikation und unter Auseinandersetzung mit dem Einfluss der afrikanischen auf die amerikanische Kultur findet sich in meiner Musik.”

PAT JORDACHE

Future Songs

Constellation

VO: 29. April 2011

Vetrieb: CARGO

Nachdem Pat Jordache in der Noise-Pop-Szene von Montreal schon seit einiger Zeit mit seiner Band Sister Suvi Wellen geschlagen hat, konzentrierte er sich nach dem Umzug seines Bandkollegen Merill Garbus auf sich selbst. Das Ergebnis dieser Isolation ist “Future Songs” – ein Album voll angeschrägter Pop-Verarbeitung mit Reminiszenzen an Mercury Rev, Joy Division, Scott Walker und Can. Bereits im Sommer 2010 erschien “Future Songs” auf Kassette und über Bandcamp und machte schnell die Runde. Obwohl Jordache alle Instrumente selbst eingespielt hatte und das Werk komplett im Alleingang zuhause aufgenommen hatte, schrien die Stücke geradezu nach der Umsetzung in einem Band-Kontext. Seine ersten Liveshows waren zwar noch reine Solo-Shows, die ihren besonders minimalistischen Anspruch aber dadurch geltend machten, dass er lediglich ein DD-3 Pedal verwendete, mit dem sich gerade mal 1,4 Sekunden Sound loopen lassen. Der Ruf nach einer Band verhallte nicht im Raum, sondern rief drei Drummer auf den Plan und einen weiteren Gitarristen, die Pat fortan unterstützen. Die Band ist geboren. Constellation veröffentlicht das Album nun in einer neu gemasterten Version.

ENABLERS

Blown Realms And Stalled Explosions

Exile On Mainstream

VÖ: 29. April 2011

Vertrieb: Soulfood (CD), Cargo (LP)

Als “möglicherweise der Welt bestes Power Trio” beschreibt die San Francisco Gate die Instrumentenfraktion der ENABLERS. Und liegt damit goldrichtig. Selten zuvor hat man Spoken Words und Poetry in derartig schlüssiger Einheit mit emotionalen musikalischen Untermalungen erlebt. ENABLERS nehmen gefangen und zwingen den Hörer zur Auseinandersetzung mit ihren Inhalten. Mit “Blown Realms…” legen ENABLERS nun ein Album vor, das den Eindruck des letzten Werkes “Tundra” noch übertrifft: Mit dem neuen Drummer Doug Scharin (u.a. CODEINE, JUNE OF 44, MICE PARADE, HIM) präsentieren sie sich intensiv und emotional bis ins Mark. Und Pete Simonelli ist nichts weniger als der Baudelaire unserer Zeit!

TINDERSTICKS

Constellation

VÖ: 22. April 2011

Vertrieb: Cargo

Als opulentes 5CD, 5LP Box set veröffentlichen die Tindersticks alle ihre Kompositionen für die Filme von Claire Denis, die zwischen 1996 und 2009 gedreht wurden. Es handelt sich dabei um insgesamt 6 Filme, wobei der erste Soundtrack („Nenette Et Boni“, 1996)  bereits als drittes Tindersticks-Album bekannt ist. Die Soundtracks für 4 dieser 6 Filme sind bisher unveröffentlicht. Die Zusammenarbeit der französischen Filmemacherin und Tindersticks ist eine der intensivsten in der Geschichte des kontemporären Kinos. For allem bei den späteren Werken begann die Zusammenarbeit bereits bei der Drehplanung. Dieses Box set stellt damit nicht nur einen wichtigen Bestandteil des Tindersticks Oevres dar, sondern ist zugleich auch eine außergewöhnliche Dokumentation wie sich Film und Sound verknüpfen lassen. Die Box selbst erscheint in luxuriöser Aufmachung auf ungestrichenem Papier mit Ausstanzung. Jede CD ist in eine Stecktasche verpackt, deren Print mit dem Fenster der Box korrespondiert.

ZOMES

Earth Grid

Thrill Jockey

VÖ: 22. April 2011

Vertrieb: Rough Trade

Asa Osbourne ist Zomes. Zomes ist Asa Osbourne. Und Asa Osbourne ist der Gitarrist von Lungfish. Lungfish wiederum können sich ans Revers heften, die Drone Welle, die uns in den letzten Jahren umspült hat, fast eine Dekade vorausgenommen zu haben. Ihre repetitive Klangverarbeitung in zyklischer Variation haben sie zu einer Haupteinflussgröße gemacht. Das zeigt allein schon die Tatsache, dass ihr Backkatalog heute mehr verkauft als zu der Zeit, als die Band aktiv war. Einen großen Anteil daran hat Asa Osbourne, der die Idee, die ihn schon bei Lungfish trieb, mit seinem Projekt Zomes weiterspinnt: seine Tunes sind quasi Destillate dieser zyklischen Melodien. Verzerrte Keyboard-Klänge legen sich in Schichten über geloopte Beats und erschaffen so ein ritualistisch-schamanistisches Ganzes. Die Tunes wurden in meditativen Sessions ausschließlich zuhause und auf Kassettenrecorder aufgenommen. Das Ergebnis ist ein in seiner Reinheit bestechendes Tondokument.

OvO

Cor Cordium

Supernaturalcat

VÖ: 22. April 2011

Vertrieb: Cargo

OvO, die Band deren Heimat irgendwo zwischen Italien und Deutschland zu finden ist, kommt hier mit ihrem insgesamt 6. Album. In Avantgarde-und Experimental-Kreisen ist das Duo bereits hinlänglich bekannt und jeder, der sie noch nicht live gesehen hat, sollte sich einfach was schämen! Denn es bedeutet, dass er/sie einfach zu selten auf Konzerte geht. OvO haben sich in den letzten Jahren derartig den Hintern abgespielt, dass man um sie eigentlich nicht herum kam. Mit u.a. Sunn0))), Zeni Geva, Zu, Lightning Bolt, Nadja, Jim O’Rourke, Thrones, USAisamonster, Jarboe, Bastard Noise und viele mehr haben sie nicht nur die Bühne geteilt, sondern auch außerhalb von Konzerthallen kollaboriert. „Cor Cordium“ nun ist ihre Hommage an den englischen Romantiker Percy Shelley. Die zehn Tracks, konzeptionell am Werk des Dichters angelegt und vertont in chaotischen, avantgardistischen Breaks, Noise-Attacken präsentieren OvO auf einem neuen Level. Erstmals in der Bandgeschichte wurden Overdubs zugelassen und die Aufnahmen in HiFi-Qualität veröffentlicht. OvO entfernen sich damit von ihrem avantgardistischen DogmaNoise-Ansatz und liefern ein schlichtweg atemberaubendes Album ab.

LITURGY

Aesthethica

Thrill Jockey

VÖ: 15. April 2011

Vertrieb: Rough Trade

Wenn über eine Geheimtipp-Band, die jüngst sogar schon in eher Metal-unaffinen Jahresbestenlisten auftaucht, und das sogar bevor die eigentlich Metal-Subszenen sich dafür aus den Höhlen wagen, sagt das einiges über eine Band aus. Black Metal goes Feuilleton. Indie Black Metal. New York´s Liturgy verzichten auf Corpsepaint und jeglichen überflüssigen Ballast. Haben sie auch gar nicht nötig. Denn wenn eine Band die Quadratur des Kreises schafft und es vermag, vom Ausgangspunkt Black Metal nicht nur über Tellerränder zu schielen, sondern ganze Genre-Grenzen einzureißen, ist kollektives Aufhorchen angezeigt. Die Hauptfrage, der sich Liturgy auf ihrem zweiten Album stellen, ist die danach, wie Intensität sich zu Emotion verhält. Und sie bleiben die Antwort nicht schuldig. Heroismus, Tragödie, Hoffnung sind die Eckpfeiler, zwischen denen sie sich lyrisch und musikalisch austoben. Und verbinden dabei problemlos Black Metal mit filmischer Musikdichtung (Vangelis, Badalamenti) oder auch Post-Romantizismus (Sibelius, Scriabin). Glaubste nicht? Dann hör dir das an! Mastermind Hunter Hunt-Hendrix (!!!) ist ein Derwisch. Dissonante, sich duellierende Gitarrenriffs, komplex und voller schwarzer Harmonien, abgerundet durch kreischende Vokills treffen auf minimalistisches Hi-Speed Drumming (Greg Fox /Dan Deacon) von unglaublicher Präzision. Liturgy surfen damit gemeinsam auf einer Welle mit Wolves In The Throne Room und Nachtmystium und können heute schon als Vertreter einer neuen Generation ds Black Metal verstanden werden.

AUSTIN LUCAS

A New Home, In The Old World

Hometown Caravan

VÖ: 15. April 2011

Vertrieb: Cargo

Der im Hinterland von Indiana aufgewachsene Austin Lucas ruht sich auch auf seinem vierten Album nicht auf seinen Lorbeeren aus.  Seinen Folk und Bluegrass Wurzel treugeblieben, erhebt er sich und sein neues Album auf eine höhere Stufe. Aufgenommen wurde das Album im Dezember 2010 in den Farm Fresh Studios in Lucas‘ Heimatstadt Bloomington, Indiana von Jake Belser (arbeitete unter anderem mit Murder By Death). Für die Aufnahmen sammelte Lucas wieder einmal eine Schar von Freunden und Familie um sich und verfeinerte das Ensemble mit verschiedenen Mitgliedern der Alternative Country Größen Lucero und Magnolia Electric Co. Neben Banjo, Fiedel, Kontrabass & Pedal Steel Guitar kommen auf seiner bisher abwechslungsreichten Platte auch ein verstaubtes Harmonium, eine verschnörkelte Trompete und ein ganzes Stück mehr Muskelkraft dank einer elektrischen Gitarre zum Einsatz und geben dem Ganzen eine vielschichtige Struktur.

CIRCLE

Infektio

Conspiracy Records

VÖ: 15. April 2011

Vertrieb: Cargo

Ein neues CIRCLE Album ist immer etwas, worauf man gespannt sein kann. Du weißt nie was du bekommst und was diese finnischen Gentlemen uns als nächstes um die Ohren hauen. Ist es Psychedelic, Heavy Metal, Drone, Krautrock, Soundscapes? Eins ist allerdings immer sicher: welchen Stils sie sich auch annehmen, sie mutieren in kürzester Zeit zu absoluten Meistern des Fachs. So auch hier. „Infektio“ ist draußen. Weit draußen. Introvertiert, organisch und irgendwie nicht von dieser Welt. Die repetitiven Passagen, die Circles Markenzeichen geworden sind, gleich in welchem Stil, lassen sie hier hinter sich, ohne an spielerischer Präzision zu verlieren. „Infektio“ ist erneut ein Album, das unterstreicht, dass Circle definitiv eine der interessantesten Bands unserer Tage sind.

MAMIFFER

Mare Decendrii

Conspiracy Records

VÖ: 25. März 2011

Vertrieb: Cargo

Das zweite Album des projektartigen Sound-Kollektivs um Faith Coloccia ist eine Zäsur. Denn eigentlich stimmt das mit dem Sound-Kollektiv gar nicht mehr. Während Faith in der Vergangenheit als eine Art Sound-Designerin Töne in fast bildhauerischer Konstruktion verarbeitet hat, ist, nein, sind Mamiffer nun eine richtige Band geworden. Der Kern besteht aus Faith selbst, ihrem langjährigen Freund und Weggefährten Travis Rommereim und Aaron Turner (u.a. ISIS-Mastermind). Diesen Schritt hört man dem neuen Werk deutlich an. In Zusammenarbeit mit einer Schar Gäste wie u.a. Eyvind Kang, Sera Timms (Black Math Horseman), Aaron Harris (ISIS), Joe Preston (Thrones), Jussi Lehtisalo (Circle), Jessika Kenney und Brian Cook (Russian Circles, These Arms Are Snakes) entstand eine tonale Collage aus minimalistischer Ton-Verehrung, choraler Meditationen, Neo-Klassik Versatz und dekonstruktivistischem Doom Metal. Der große Avantgarde-Meister Oren Ambarchi geht sogar noch ein Stück weiter und bezeichnet dieses Album als eine völlig neue musikalische Sprache, die Faith Coloccia entwickelt hat, als etwas das wirklich Hoffnung in der und für die kontemporäre Rockmusik geben kann. Wir können uns hier nur anschließen, das Album ist wirklich außergewöhnlich und weitere Beschreibungen würden in der zu oft bemühten Metapher vom Tanz zu Architektur ihr Bild finden. Mamiffer werden im Übrigen im April mit Black Math Horseman auf Tour sein – NICHT niemals verpassen das! Daten bei den Tourdates!

ZA!

Megaflow

Discorporate

VÖ: 25. März 2011

Vertrieb: Cargo

Ein Wanderzirkus aus Barcelona. Zwei Menschen und ein dutzend Instrumente. Dieses vielschichtige Überschall-Orchester zerwürfelt afrikanische Beats, Noise, Mathrock, Vocal-loops, Free Jazz, analoge Elektronik, Sounds von sibirischen Schäferhunden, balinesische Polyrhythmen, mauretanischen Trip Hop, Dadaismus, Distortion, Dance und Drones – „POST WORLDMUSIC“ taufte die spanische Presse diesen Hybrid. ZA! – das sind endlose Shows auf höchstem Energielevel, inklusive internationaler Festivals (SXSW, Primavera Sound, Sonar Festival, Benicàssim, Tanned Tin), Kunstperformances und Tourneen in UK, USA, Spanien, Portugal und Deutschland. Sie spielten mit Noisebands (Lightning Bolt, ZU, Yellow Swans), mit Rockbands (El Guincho, Delorean, Agent Robbons, Mark Eitzel) oder Freejazz-Künstlern (Peter Brötzmann, Paal Nilssen Love). Wenn im Publikum die Kinnladen nicht runterknallten oder das Gesicht vor Freude verkrampfte, tanzte man einfach. Die beiden Katalanen veröffentlichten bisher zwei Alben – ihr letztes genresprengendes Asien-Album „Macumba o Muerte“ (Acuarela) wurde als eines der besten Alben des Jahrhunderts von ROCKDELUX gewählt und von der „Spanish Independent Label Union“ prämiert. MEGAFLOW, das ist subnormale Energie auf zwei Schallplatten in beeindruckendem Artwork (jeder Song hat eine eigene Miniaturlandschaft als Karte). Ein Wirbelsturm der Farben. Virtuose Euphorie. Gelebte Intuition. Musikalische Explosion. Coltrane, Afrika, Asien, Fugazi, Tortoise, Ruins, Stravinsky, Battles… oder im Paket einfach nur ZA!

COLIN STETSON

New History Warfare Vol. 2: Judges

Constellation

VÖ: 25. Februar 2011

Vertrieb: CARGO

Wer Colin Stetson noch nicht live gehört hat, der ahnt nicht, was man mit einem Bass-Saxofon machen kann. Im Gegensatz zu anderen Saxofon-Solisten geht es dem in NYC lebenden Stetson bei seinen Solo-Konzerten nicht um abstrakte Improvisationen. Vielmehr schafft er mit Hilfe von Zirkularatmung und perkussivem Ventil-Slapping einen körperbetonten, fast tanzbaren Heavy Metal-Sound im wahrsten Sinne. Seine musikalische Bandbreite ist enorm: Das reicht von People’s Bizarre, einem Kammerjazz Ensemble, das östliche Folklore spielte, über Avantgarde mit Fred Frith und Ned Rothenberg, zu Tom Waits, der ihn für seine Alben „Alice“ und „Blood Money“ ins Studio holte. Selbst in der David Letterman Show präsentierte er einem staunenden Publikum seine Saxophon-Künste. Und die Franzikaner Mönche waren von ihm so begeistert, dass sie ihn gleich zwei weitere Male einluden am Schrein des Heiligen Franz von Assisi zu spielen. Zu seinen weiteren Credits gehören Laurie Anderson, Lou Reed, Marc Ribot, David Byrne, Sinéad O’Connor, Angelique Kidjo und Anthony Braxton. Bei den letzten Moers Festivals gehörten seine Auftritte zu den Höhepunkten der Veranstaltung, er tourte mit The National, Arcade Fire, TV On The Radio und Bon Iver. Das vorliegende Album wurde von Efrim Menuck (A Silver Mount Zion, Godspeed You! Black Emperor) aufgenommen und ist eins der wenigen Werke, wo mir außer dem eben abgebrannten Namedropping nichts weiter einfällt außer: DAS muss man gehört haben und der Sortiermaschine mal den Stecker ziehen!