Author Archives: Kanzler
HUSH ARBORS/ ARBOURETUM
Thrill Jockey
VÖ: 20. April 2012
Vertrieb: Rough Trade
BLACK SHAPE OF NEXUS
Negative Black
Exile On Mainstream
VÖ: 20. April 2012
Vertrieb: Soulfood (CD), Cargo (LP)
Tief wie Burgbrunnen, gewaltig wie ein Bulldozer und dabei aber melodisch walzen die SludgeDoom-Radaubrüder aus Mannheim alles platt. 4 lange Jahre hat die Aufnahme von “Negative Black” gedauert, immer wieder unterbrochen von LineUp Wechseln und kompletten Pausen. Doch das Warten hat sich gelohnt: Black Shape Of Nexus gehören zweifellos zum besten, was die kontemporäre Doom/Sludge-Szene zu bieten hat und konnten bereits auf Festivals wie dem ROADBURN, SOUTH OF MAINSTREAM, DOOM SHALL RISE, DAWN OF DOOM und TRASHFEST für offene Münder sorgen. Mit schier unglaublicher Wucht und Intensität entfachen die sechs gewaltige Sonnenstürme aus Sound, Bass und Emotion. Erinnerungen an Bands wie Neurosis, My Bloody Valentine, Sons Of Otis oder Green Machine werden wach, wobei Namedropping hier absolut unnötig scheint, weil Black Shape Of Nexus solche Vergleiche gar nicht nötig haben. Musik wie ein Panzer – die Platte ein 80 Minuten langes Meisterwerk der Emotion!
ED SCHRADER’S MUSIC BEAT
Jazz Mind
Upset! The Rhythm
VÖ: 13. April 2012
Vertrieb: Cargo
Bewaffnet mit nur einer Floortom und einem Bass, reduzieren Ed Schrader’s Music Beat den Pop auf seine organischen Bestandteile: ein Beat, eine Bassline und gecroonte Vocals, die sich sofort festsetzen. Und dabei gleicht die Gründung der Zweimann-Band einem Unfall: Ed Schrader hatte bereits seit Mitte der 2000er unter seinem eigenen Namen Musik gemacht, bevor er sich für eine Show mit seinem Mitbewohner Devlin Rice (Nuclear Power Pants) zusammentat. Die Show wurde zu purer Magie und sowohl die Reaktion des Publikums als auch das Gefühl zwischen beiden machte klar: das kann es nicht gewesen sein. Devlin und Ed formierten ED SCHRADER’S MUSIC BEAT und veröffentlichten eine 7″ auf LOAD Records und tourten extensiv mit u.a. Lightning Bolt, Future Islands und Dan Deacon. Nun liegt endlich das Debüt-Album vor: So wunderbar frisch hat selten ein Act Einflüsse von PIL, Dead Kennedys und Joy Division gekoppelt, mit einer atemberaubenden Bühnenpräsenz versehen, sie auf das wesentliche runtergekocht und regelrecht in Richtung Publikum geschleudert.
TORCHE
Harmonicraft
Volcom
VÖ: 27. April 2012
Vertrieb: ADA/ Warner
Geben wir es mal ganz unumwunden zu: wenn den Rock’n'Roll noch irgendwas retten kann, dann sind es Bands wie Torche, die verdammt ernst meinen was sie tun, es aber nicht ganz so ernst nehmen. Schaut man sich die Geschichte der Band an, vor allem mit ihren ästhetischen Brüchen, den zuckersüßen Artworks und ihrer Begeisterung für Harmonien, die man im Metal eigentlich nicht mit der Kneifzange anfassen würde – das ganze dann garniert mit sahnigen Toppings aus Riffs und aufgeschichteten Kaskaden aus Donnerdrms, dann wird einem ganz warm ums Herz. Das Vorgänger-Album “Meanderthal” und der Nachfolger “Songs For Singles” haben da aber nur den roten Teppich ausgerollt für das, was jetzt mit “Harmonicraft” (ein Titel, der absolut programmatisch ist) angewalzt kommt. Da dreht man sich zweimal um, ohne zu begreifen, welcher Schlagarm einen da gerade erwischt hat. In ihrer Verknüpfung von Melodic-Rock-Harmonien und Metal-Wumms sind Torche absolut einzigartig und machen das hier mehr als deutlich klar. Vorhang auf, Ladies And Gentleman: die Zukunft beginnt hier!
BLACK BREATH
Sentenced To Life
Southern Lord
VÖ: 30. März 2012
Vertrieb: Soulfood
Draufhauen, immer draufhauen. Was beim ersten Hören von Black Breaths neuer Platte noch als erstes Ziel wahrgenommen wird, entpuppt sich bereits nach dem zweiten Hören als zu kurz gegriffene Kategorisierung. Natürlich lebt das zweite Album der Radautruppe aus Seattle von geradezu ungezügelter Brutalität, die alles und jeden niederwalzt, mit Zutaten aus Hardcore, Rock’n'Roll und Death Metal, wie wir ihn seit seligen Entombed-Tagen nicht mehr gehört haben. Aber dennoch, in ihrer fast außerirdisch hedonistischen Begeisterung für akustische Gewalt liefern Black Breath ein Feuerwerk an Kreativität, das nach den 10 Songs in unter 33 Minuten so einen Donner entfacht, dass man den Nachhall noch in angrenzenden Universen spüren kann. Da fehlen einem echt die Worte.
RISING announces dates for their upcoming European tour
Danish sludge metal trio RISING will embark on a full European spring tour in support of their debut album “To Solemn Ash”. The tour starts on March 16th in Berlin and includes dates in Germany, Czech Republic, Austria, Slovenia Switzerland, Italy and Luxembourg.
In addition to the mainland tour, RISING will play its first headlining shows in Sweden in April/May and one Danish show when hitting Linköping, Stockholm, Gothenborg, Malmö and Copenhagen.
Before the European tour starts, RISING will head out for three Danish shows in start March supporting fellow danes, the punky thrashers in THE KANDIDATE.
RISING “To Solemn Ash” spring dates 2012
08.03.2012 DK Viborg, Paletten w/THE KANDIDATE
09.03.2012 DK Copenhagen, Beta w/THE KANDIDATE
10.03.2012 DK Odense, Kansas City w/THE KANDIDATE
16.03.2012 GER Berlin, Red Rooster
17.03.2012 GER Halle, Rockstation
18.03.2012 GER Dresden, tba
19.03.2012 CZ Prague, Cafe na pul cesty
20.03.2012 CZ Olomouc, Galerie u Mloka
21.03.2012 AUT Linz, Stwst
22.03.2012 SLO Maribor, Club Gustaf
23.03.2012 ITA Massa Carrara, Swamp Club
24.03.2012 ITA, Chatillon Aosta, Centre Hibou
25.03.2012 GER Frankfurt, Ponyhof
27.03.2012 SUI Bern, Dachstock
28.03.2012 LUX Luxembourg, Rocas Cafe
29.03.2012 GER Osnabrück, Bastard
30.03.2012 GER Essen, Cafe Nova
31.03.2012 GER Hannover, Glocksee
01.04.2012 GER Hamburg, Molotow
02.04.2012 GER Rostock, MAU Club
05.04.12 SWE Linköping, L’ Orient
26.04.12 SWE Stockholm, Fritz’s Corner@Strand
27.04.12 SWE Gothenburg, Sticky Fingers
28.04.12 DK Copenhagen, Loppen
03.05.12. DK Malmö, Debaser
RISING’s debut effort “To Solemn Ash” was released by Exile on Mainstream in Europe in October 2011. On January 17th it saw its North American release via EOM/E1 Distribution and has been the subject to general praise from American press.
DECIBEL gave it an 8 out of 10, and just recently PITCHFORK rated the album 7.6 out of 10 and wrote: “They’ve found multiple ways to come off expansive and compelling within a tight, traditional framework…They simply know how to write great riffs.”
Also the American metal/rock blog THE OBELISK is still streaming the album in it’s entirety right here
“To Solemn Ash” is produced by new producer talent Jakob Reichert Nielsen, mastered by Alan Douches (Converge, Mastodon, High on Fire a.o.), and the album features the iconic artwork of Danish artist and music video director Jakob Printzlau aka Plastic Kid (Lack, Volbeat, Bring Me The Horizon a.o.). The album is available as CD, LP and download via Exile On Mainstream
ERIC CHENAUX
Guitar & Voice
Constellation
VÖ: 16. März 2012
Vertrieb: Cargo
Eric Chenaux ist wohl eine der schillerndsten Figuren des Toronto-Undergrounds. In den frühen Neunzigern war er u.a. Mitglied von PHLEGM CAMP und LIFE LIKE WEEDS, die heute noch jedem Kanada-Kid die Tränen in die Augen treiben. „Guitar & Voice“ ist das vierte Solo-Album von ihm, das weltweit erhältlich ist. Genau gesagt ist es sogar sein erstes, weil auf diesem Werk ausschließlich sein Spiel und Gesang zu hören ist – keine Gastmusiker, minimale Overdubs und rigorose Strukturen, die zwischen langen, gesanagsbasierten Tracks und kürzeren, kakophonischen Gitarreninstrumentals hin-und herschweben. Dabei kratzt er an so vielen Genres, dass einem die Luft ausgeht: Jazz, Improvisationen, schottischer Folk, Psych/Noise, Mittelalter, Barock und Pop fließen in seine Kompositionen ein – und das in prachtvoller Synthese. Seine Gitarrenarbeit ist nicht von dieser Welt und abgesehen von einem fuzz-durchtränkten Track „Sliabh Aughty“, der klingt, als würde Hendrix einen irischen Dudelsack-Song zermalmen statt die amerikanische Nationalhymne, sitzen die Akkorde fein ziseliert und herzerweichend schön im Arrangement.
ELFIN SADDLE
Devastates
Constellation
VÖ: 16. März 2012
Vertrieb: Cargo
Irgendwo tief drin ist der Kern, der Ursprung, das einzige was zählt. Elfin Saddle haben ihn gefunden, diesen Kern. Was zählt, ist die Musik. Oder besser; alles was zählt, ist ihre wunderbare Musik. Und doch machen sie es uns nicht einfach, die Erklärung wird nicht auf einem Silbertablett serviert, sondern schön langsam, genüsslich fast, herbeigesehnt. Elfin Saddle haben eine Menge mit Sehnsucht zu tun. Stück für Stück schält sich der Kern heraus, Stück für Stück wird abgetragen, vom Ballast, der den Blick verstellt. Bis wir plötzlich klar sehen: im Inneren ist die reinste, wundervollste Musik, die man ich vorstellen kann. Abgeschält in feinen Streifen von der Erdoberfläche, danach aus den Tiefen geholt – und mit dem Ergebnis Songskulpturen modellierend – so gehen Elfin Saddle im Songwriting vor. Aus dem psychedelischen Sud von Größen wie Bark Psychosis, A Silver Mount Zion, My Bloody Valentine oder Luna destillieren sie die Essenz: Songwriter-Pop, der dir die Füße wärmt und das Herz reinigt. Fast zu schön um wahr zu sein.
WHITE HILLS
Frying On This Rock
Thrill Jockey
VÖ: 23. März 2012
Vertrieb: Rough Trade
Nicht mal ein ganzes Jahr ist seit ihrem letzten Albumm „H-p1“ vergangen und schon legen White Hills schon wieder nach. Nach einem Jahr voller Touren und geradezu sagenhafter Auftritte auf dem Roadburn Festival und dem Supersonic in Birmingham, haben sich White Hills mit ihrem zwingenden Mix aus SpaceRock, Noise und Psychedelia und einer nicht zu überhörenden politischen Attitüde in die Herzen vieler Liebhaber von fuzzgetränkten Gitarren und restlos in die Sättigung gefahrener Röhrenamps erspielt. In der Tradition solcher Helden wie Acid Mothers Temple oder Hawkwind kreuzen sie in geradezu überschäumender Intensität und Spielfreude mit dem experimentellen Noise von Bands wie bspw. Boris. Das Ergebnis macht dich sprachlos! Im Gegensatz zu allen vorherigen Veröffentlichungen haben Gitarrist Dave W. und Bassistin Ego Sensation dieses Mal nicht auf ihre Improvisationsgabe vertraut, sondern sind bereits mit fertigen Songs im herbst 2011 in die BC Studios in Brooklyn einmarschiert und haben mit Produzent Martin Bisi (Brian Eno, Sonic Youth, Swans, Herbie Hancock, Boredoms“ „Frying On This Rock“ eingeprügelt. Unterstützt wurden sie musikalisch von Bisi selbst und von Drummer Antronhy (u.a. Julian Cope).
DISAPPEARS
Pre Language
Kranky
VÖ: 2. März 2012
Vertrieb: Cargo
Ist es wirklich Nostalgie? Diese Rückschau von Disappears auf die frühen Achtziger, die ihre postindustrielle Farblosigkeit versuchte mit DayGlo aufzupeppen, aber genau daran scheitern musste? Nostalgie nach den Zeiten von LSD, Freizügigkeit und 90-prozentigem Alkohol – für die äußere wie für die innere Anwendung? Oder ist es einfach eine natürliche Folge dessen, was die Mitglieder in ihrer Vergangenheit erprobt hatten? 90 Day Men, BOAS, The Ponys und nun also doch als festes Bandmitglied: Steve Shelley von Sonic Youth? Wir wissen es nicht und es ist auch nicht wirklich von Bedeutung. Die Band aus Chicago erblickte im Jahr 2010 das Licht der Welt. Auf den Erstling “Lux” folgte das zweite Album “Guider”. “Lux” war Tod und Verderben, “Guider” war Schutz und “Pre Language” nun ist: Liebe. Die Sehnsucht danach. Die Ohnmacht, sie zu finden oder zu halten. Und das, was sie zerstört. Die Tiefen des Lebens und die Charaktere, die es bestimmen. Verhallte Gitarren, polternde Beats, aggressiver Gesang – schneidend. Kalt. Blassrot-blutig und schwarz. So wärmend und heimelig wie eine Betonwand oder eine Eisenbahnschiene. Disappears wollen weh tun. Produziert von John Congleton (The Paper Chase) und aufgenommen in Sonic Youth’s Echo Canyon West Studio, ist “Pre Language” das bisher fokussierteste Werk von Disappears und in seiner Eindringlichkeit und zwingenden Präsenz absolute Pflicht für Leute, die ganz nostalgisch, danach fahnden wer heute den Geist solcher Acts wie Richard Hell, Patti Smith, The Cure, Wipers, Suicide, The Velvet Underground vereinen und weitertragen können. Namedropping, das ausnahmsweise mal Sinn macht.
EARTH
Angels Of Darkness, Demons Of Light II
Southern Lord
VÖ: 24. Februar 2012
Vertrieb: Soulfood (CD), Cargo (LP)
In den selben Sessions in den Avast Studios Seattle, mit Producer Stuart Hallerman (Soundgarden, Mudhoney, Built To Spill und EARTH2) aufgenommen wie das im März 2011 erschienene “AODDOL I” trägt dieses Album die Inspirationen des ersten Teils fort. Wiederum tief inspiriert vom britischen Folk solcher Heroen wie Pentangle und Fairport Convention sowie der Musik der nordafrikanischen Tuareg-Band Tinariwen präsentieren sich EARTH melodischer als je zuvor, ohne dabei an Heavyness einzubüßen. Im Gegensatz zum Vorgänger wagen EARTH hier jedoch den Blick weit über den konstruktivistischen Kontext hinaus und geben Improvisationen Raum wie nie zuvor. Das LineUp besteht abermals neben Adrienne Davies (drums) und Dylan Carlson (Gitarre) aus der Violinistin Lori Goldston (Nirvana, David Byrne, Black Cat Orchestra) und Karl Blau am Bass (K Records, Laura Veirs, Microphones).
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BREACH
Godbox (LP only)
Apocaplexy
VÖ: 13. Januar 2012
Vertrieb: Cargo
Es fängt an mit dem verhaltenen Schreien einer Frau unter Störgeräuschen. Das Schlagzeug beginnt, der knarzende Bass, dieser Groove, diese Melodien! Hörbare und fühlbare Dunkelheit. Das wichtigste: Es ist originell, unberührt von Klischees, zeitlos und endlich wieder erhältlich. Fünf Stücke von alldem was Leute an Breach lieben oder lieben sollten. Diese schwedische Band, der große Bekanntheit in ihrer Existenz immer verschmäht blieb, weil sich jeder lieber auf Refused konzentrierte. Diese Band, die immer mit Neurosis verglichen wurde, weil es einfach keine Band gab mit der man sie sonst hätte vergleichen können. Es ist so viel mehr als Hardcore, als Metal oder jede andere Schublade in die man sie versucht zu packen. Die fünf Songs entstanden nachdem die Band mit Venom ihr endgültiges Gesicht fand. Gefangen in der Zerrissenheit bevor Breach die Perfektion mit Kollapse erreichte. APOCAPLEXY RECORDS veröffentlicht, in Zusammenarbeit mit SERENE RECORDS aus Schweden, dieses essentielle Stück nun wieder. „Godbox“ ist remastert und nun zum ersten mal auf (180g) Vinyl erhältlich. 500 Stück, 200 clear mit Transparentlack Siebdruck auf Cover, 300 auf schwarz. Kommt mit neuem Artwork des orginal Breach Cover Designers Pierre Johansson.
A WHISPER IN THE NOISE
To Forget
Exile On Mainstream
VÖ: 24. Februar 2012
Vertrieb: Soulfood (CD), Cargo (LP)
Der Buschfunk hat es bereits angekündigt und nun ist es offiziell: A WHISPER IN THE NOISE kommen zurück!!! In neuer, alter Besetzung! A WHISPER IN THE NOISE 2012 bestehen nunmehr aus den beiden Gründungsmitgliedern West Dylan Thordson (Programming, Drums, Percussion, Keyboards, Gitarre, Vocals) und Sonja Larson (Violine, Vocals). Nach dem überaus erfolgreichen Album “Dry Land” (2007) war es eine ganze Weile ruhig um die Band. Die Zeit nutzte Bandleader West Thordson, um, sagen wir mal, einige Dämonen auszutreiben, bevor er 2009 mit den Arbeiten an diesem neuen Album begann. Er bezog ein altes Bauernhaus, dass er aufwendig restaurierte und ein Studio einbaute. Während er vor allem an Filmsoundtracks arbeitete, wie dem später preisgekrönten “The Art Of Steal” von Don Argott, nahm “To Forget” langsam Gestalt an. In Zusammenarbeit mit der alten/ neuen Violinistin Sonja Larson entstand ein Album, geprägt von einer geradezu naturalistischen Herangehensweise, das sehr persönliche Sounds und Texte mit Inspirationen aus der Natur und Field Recordings verbindet. AWITN 2012 ist eine neue Band, mit neuem Focus: weg von der unterdrückten Wut des Vorgängers hin zu wahrhaft schönen, aber melancholischen Tunes. Versuch dir vorzustellen, du liegst an einem schönen Spätsommertag in einem Getreidefeld und hörst nicht nur die Insekten um dich herum surren, sondern auch den Wind, der durch die Halme streicht und die Schwere der sinkenden Sonne, die sich warm, aber auch ein wenig vergänglich wirkend, senkt. Dieses Bild in Sound übersetzt – so klingen AWITN 2012.
PONTIAK
Echo Ono
Thrill Jockey
VÖ: 24. Februar 2012
Vertrieb: Rough Trade
Jede Band hat ihren eigenen Weg, sich dem Songwriting für ein Album zu nähern. Selten kommt es jedoch vor, dass eine Band geplant und mit einer konkreten Vision in einen Songwriting-und Aufnahmeprozess geht, der sich überdies noch grundlegend von dem ihrer Vorgängeralben unterscheidet. Pontiak haben das getan und mit “Echo Ono” ein Album aufgenommen, das von Anfang an als Album und nicht als Compilation verschiedener Songs geplant war. Musikalische Narration und der Wunsch, ein Bild zu malen, bei dem Sounds als Farbe funktionieren, setzten außerdem eine intensive Auseinandersetzung mit Technik voraus. An “Echo Ono” ist alles durchdacht: die Verwendung ganz bestimmter Verstärker und Studiotechnik sowie eine stringente Story, die sich durch Texte und Sounds zieht. Die Band hat sich ein eigenes Studio gebaut, dessen Herzstück ein Mischpult ist, das bereits Herbie Hancock gute Dienste geleistet hatte. Das Ergebnis ist eine Orgie aus Sound und verlangt laut gehört zu werden. So laut, dass Sound physisch erfahrbar wird. Kategorioen kann man sich sparen, denn wenn eine Band so konsequent auf dem Altar der Töne opfert, funktionieren keine Vergleiche.
EYVIND KANG
The Narrow Garden
Ipecac
VÖ: 27. Januar 2012
Vertrieb: Soulfood
Mit „Athlantis“ lieferte der Ausnahme-Violinist, der bereits mit John Zorn, Bill Frisell und Laurie Anderson gearbeitet hat und an nicht weniger als 50 Alben unterschiedlichster Künstler beteiligt war, ein Stück Musik ab, das die Grenzen populärer Musik und klassischer Musikdichtung angenehm zerfließen ließ. Mit dem neuen Werk “The Narrow Garden” verhält es sich ebenso. Die Komposition mutet wie ein Filmsoundtrack, indem Kang visuelle Räume durch Musik konstruiert und ausformuliert. In wahrhaft athmosphäischer Herangehensweise spannt der Künstler den Bogen von minimalistischen Tunes hin zu choraler Dichte und orchestralen Arrangements. Dabei greift er vermehrt auf Samples zurück, die sein außergewöhnliches Violinenspiel untermalen. So erschafft Kang wieder einmal ein Meisterwerk, dass NeoKlassik-Liebhaber ebenso wie Godspeed You! Black Emperor -, Terry Riley – und Tony Conrad – Freunde begeistern wird.
WINO AND CONNY OCHS
Heavy Kingdom
Exile On Mainstream
VÖ: 27. Januar 2012
Vertrieb: Soulfood
Über den Legendenstatus, dessen sich Herr Robert Scott Weinrich, besser bekannt als WINO erfreut, brauchen wir hier keine Worte verlieren. Sein Einfluss auf den Heavy Rock der letzten zwei Dekaden ist unbestritten: Saint Vitus, The Obsessed, Spirit Caravan, The Hidden Hand und zuletzt Shrinebuilder – nur einige Stationen seiner Geschichte. Conny Ochs ist schon seit einigen Jahren ein Mitglied der Exile On Mainstream Familie und hat im letzten Jahr ebenso wie Wino eine Akustik-Platte auf Exile On Mainstream veröffentlicht. 2010 brachte Conny dann zusammen mit Wino, als sie gemeinsam auf Tour gingen. Auf der Tour entwickelten sie nicht nur einen tiefen Respekt für die Kunst des jeweiligen anderen, sondern dieser Respekt gipfelte außerdem in Kollaborationen und der Verschmelzung beider Charaktere in Songs, die sie zusammen performten. Der Wunsch, eine Platte gemeinsam aufzunehmen nahm bereits während dieser Tour Gestalt an und bereits zum Ende hatten die beiden Songentwürfe fertig. Im Sommer 2011 trafen sie sich wieder. An vier Tagen auf Rügen und vier weiteren im Kabumm Studio zu Berlin entstand “Heavy Kingdom”: Zwei Künstler, zwei akustische Gitarren, eine sehr persönliche, intensive Reise durch Blues, Rock, Doom und Americana, in Szene gesetzt von den Produzenten Thommy Krawallo und Janko Möde. Zwischen klassischem Storytelling und filigran-göttlicher Gitarrenarbeit tauchen beide ein in ihre musikalische Seele und fördern persönliche und damit intensive Songs zutage. Alle Songs wurden von beiden gemeinsam erarbeitet und arrangiert. Somit ist „Heavy Kingdom“ kein Split-Album, sondern eine wirkliche Kollaboration. Nicht nur, dass sich die Platte musikalisch in eine Liga mit großen Songwritern wie Johnny Cash, John Sebastian, Townes Van Zandt, Tim Buckley oder Nick Drake stellt, sie ist dabei auch das, was man grundehrliche Musik nennen kann, ohne Überbau, modische Schnörkel oder Zeitgeist-Verpflichtung.
MIKE PATTON
The Solitude Of Prime Numbers
Ipecac
VÖ: 16. Dezember 2011
Vertrieb: Soulfood
Über seine Größe als Entertainer, Songwriter und Performance-Künstler ist viel geschrieben worden in den letzten Jahren. Seiner eigenen Legende fügt er nun eine weitere Facette hinzu und veröffentlicht auch noch Filmmusik. Basierend auf dem Buch “Die Einsamkeit der Primzahlen” von Paolo Giordano geht es im Film um zwei Menschen, die in ihrer Kindheit traumatiesiert wurden und daher von ihrer Umwelt als außergewöhnlich wahrgenommen werden. Das schweißt die beiden zusammen. Als Metapher fungieren hier die sog. Primzahlzwillinge: Zahlen, die sich nahe sind, aber niemals zusammenkommen, weil eine Zahl dazwischen steht (wie z.B. bei 11 und 13) . Das Album selbst greift die Idee auf und setzt sie musikalisch um. Nur am Anfang und am Ende gibt es seine unverkennbaren Vocals. Dazwischen regieren Instrumente, mal orchestral, mal reduziert. Musikalisch geht er weniger avantgardistisch vor als je zuvor und liefert mit NeoKlassik-Verständnis ein weiteres beeindruckendes Zeugnis seines Könnens ab.
THE OFFICE OF FUTURE PLANS
s/t
Dischord
VÖ: 16. Dezember 2011
Vertrieb: Alive
The Office Of Future Plans war eigentlich nie dazu gedacht, weiter zu kommen als auf J. Robbins’ Festplatte. Dort gab es einen Ordner unter diesem Namen, der all das enthielt, was den Produzenten und Songwriter, der in so einflussreichen Bands wie JAWBOX, BURNING AIRLINES und CHANNELS gespielt hatte, davon abhalten sollte, in Langeweile zu verfallen – Fragmente, Songs, kathartische Übungen und Ideen. Die Sache änderte sich schlagartig, als die Chicago-Punks von THE BOMB, Robbins einluden, eine Show in Baltimore im Herbst 2009 zu eröffnen. Robbins stellte flugs eine Band zusammen, nur für diesen einen Abend, nur so zum Spaß. Die Band bestand aus Robbins selbst, Gordon Withers (Bells, The Pauses), Brooks Harlan (Avec) und Drummer Darren Zentek (Channels, Oswego, Kerosene 454). Doch er Spaß bleib auch nach dem Gig und die Band traf sich in Robbins’ studio um einfach weiter Songs zu schreiben und zu proben. Das Resultat ist nun dieses Dbüt-Album, eine Sammlung aus Songs, die für Robbins’ Verhältnisse unglaublich reich instrumentiert sind: Cello, Keyboards, dicke, fette Riffs. Office Of Future Plans fahren dabei fast bombastische Power Pop-Verweise auf und gehen spielerisch mit Metal-Versatz um. Es wäre schlichtweg eine Schande, wenn dieses Album nie erschienen wäre.
WINO and CONNY OCHS album complete!
Exile On Mainstream is thrilled to report that the magic has arrived: we received the final master for “Heavy Kingdom”, the awaited album by WINO AND CONNY OCHS.
The Legacy of Scott “Wino” Weinrich in the world of heavy music is indisputable. Now he teams up with fellow Conny Ochs, a songwriter so pure and honest in his output that he seems to be the perfect partner. Both met for the first time in 2010 when Conny was supporting Wino on his acoustic solo tour promoting ‘Adrift’ (EOM050). Through music they discovered a very similar approach to life and art and a shared wisdom in creating music. It really seemed like two souls becoming one after they have learned to know each other. And here is the result: 11 soulful tunes that speak for themselves, personalities shine, truth within. All songs got written and performed by Wino and Conny together. The album contains one coversong by Townes Van Zandt. The artwork contains drawings by both artists and follows the dedicated and deeply intense approach of the whole album.
“Heavy Kingdom” will be released throughout Europe on January 27th, 2012. Check back often. We are planning to reveal some songs as stream by the end of 2011!
RETOX
Ugly Animals
Ipecac
VÖ: 28. Oktober 2011
Vertrieb: Soulfood
RETOX ist ebenso das Ergebnis der stagnierenden und immer langweiliger werdenden westlichen Kultur wie ihrer selbst-proklamierten Gegenkultur, die ebenso in die Sinnlosigkeit abgerutscht ist. Vor diesem Hintergrund scheint auch das Namedropping sinnlos, mit dem man der Band promotechnisch beikommen könnte. Trotzdem sei es hier erwähnt: Gabe Serbian und Justin Pearson von u.a. The Locust, Some Girls und Cattle Decapitation sind das musikalische Grundgerüst, erweitert um Michael Crain und Thor Dickey. Musikalisch lässt sich RETOX am ehesten als Reaktion auf die Welt verstehen, in der die Mitglieder leben: beschissene Kindheit, Frustration und die permanente Rechtfertigung von Krieg. Das Ergebnis: ein brutales Statement zwischen Hardcore, Punk und Thrash Metal – schnell, laut und kompromisslos. Now let the music do the talking.
VOID
Sessions 1981-83
Dischord
VÖ: 28. Oktober 2011
Vertrieb: ALIVE
Mit “The thing about Void is that they started out weird and only got weirder.” beschreibt Alec Bourgeois von Dischord die nur dreijährige Geschichte der für die damaligen Verhältnisse wohl außergewöhnlichsten Band auf Dischord. Kontrollierte Dissonanzen, musikalisches Chaos und amöbenhaftes Ausschweifen vom Harcore-Zentrum in die Richtungen Jazz, Avantgarde und Metal waren das Markenzeichen von VOID und es ist keine Übertreibung, wenn man behauptet, dass VOID vieles vorwegnahmen, was 20 Jahre später Underground Punk/Rock/Metal kennzeichnet: konsequente Schubladenverweigerung. Bereits auf der ersten VOID-Show im Jahre 1980 im Wilson Center in Washington provozierte die aus Columbia, MD stammende Band offene Münder. Ian MacKaye (u.a. Fugazi, Dischord, Minor Threat) beschreibt ihren damaligen Einmarsch so: “Als Void starteten war es so, als ob jedes Bandmitglied seinen Part so schnell wie nur irgend möglich spielt, nur eben nicht zwangsläufig alle zusammen.” Diese Attitüde kanalisierte sich später in Sounds, die zwar chaotiosch anmuteten, aber musikalisch herausfordernd und absolut einzigartig waren. Die vorliegende Veröffentlichung enthält nun komplett neu gemastert die insgesamt 20 Songs der ersten Aufnahmen von VOID aus dem Jahre 1981, die bisher nicht veröffentlicht sind, sowie das erste Demo inkl. der Songs für die Flex Your Head compilation und die bereits lange vergriffene “Condensed Flesh” 7″. Außerdem sind dabei: zwei bisher unveröffentlichte Outtakes der zweiten Session in den Inner Ear Studios aus dem Jahre 1982 und zwei Live Tracks von 1983, wovon einer der letzte Song ist, den die Band je gespielt hat.
FAITH
Subject To Change + First Demo
Dischord
VÖ: 28. Oktober 2011
Vertrieb: ALIVE
Eine Geschichtsstunde der wichtigen Art, eine Lektion im Grundkurs Hardcore Punk ist diese Wiederveröffentlichung in überarbeitetem Soundgewand: FAITH gründeten sich im Sommer 1981, nachdem einige der damals gerade über die Grenzen Washingtons hinaus bekannt gewordenen Bands das Zeitliche segneten: SOA, Minor Threat, Rec C und The Untouchables waren Vergangenheit. Eine Zeit des Umbruchs und der Reorganisation des DC Undergrounds war angebrochen und FAITH der erste Zögling: Mit Michael Hampton und Ivor Hanson von SOA und Alec MacKaye von The Untouchables fanden sich im LineUp drei Protagonisten, die später um den ebenfalls vorher bei The Untouchables aktiv gewesenen Eddie Janey erweitert wurden. Mit Bassist Chris Bald fand sich außerdem ein neues Gesicht in der Band, der später u.a. bei Ignition und Embrace spielte. Der FAITH-Sound war düsterer und direkter, als alles, was in DC zuvor erschienen war und als eine Art “Supergroup” erhielten FAITH fast über Nacht einen Szene-Status, der ihnen viele Fans einbrachte. Die vorliegende Wiederveröffentlichung enthält in überarbeitetem Soundgewand das erste Demo der Band aus dem Jahre 1981, das u.a. den Song “You’re X-ed” enthält, in dem FAITH die Straight Edge – Thematik von Minor Threat aufgreifen, sowie die Songs der legendären VOID/FAITH split LP, die unbestritten eine der wohl legendärsten Hardcore-Scheiben ist, die je veröffentlicht wurden.
MORKOBOT
MoRbO
Supernaturalcat
VÖ: 21. Oktober 2011
Vertrieb: CARGO
Sie sind zurück! Wie schon auf den drei Alben zuvor, weiten die Italiener ihren Anspruch aus, eine eigene musikalische Sprache und dazugehörige Landschaft zu kreieren. Das hier ist ein weiteres Mal weniger Musik im eigentlichen Sinne als vielmehr Soundforschung in seiner reinsten Form. Dass man bei einer solchen Beschreibung keine James-Last-Platte erwarten sollte, versteht sich von selbst. Trotzdem kommen MoRkObOt dieses Mal wesentlich eingängiger um die Ecke als zuvor. Treibendes Instrument ist wieder der Bass und Freunde von THRONES, MELVINS und/ oder DON CABALLERO kommen an dieser Platte nicht vorbei.
SANDRO PERRI
Impossible Spaces
Constellation
VÖ: 21. Oktober 2011
Vertrieb: CARGO
Vier Jahre nach seinem letzten Album “Tiny Mirrors” kehrt Sandro Perri endlich mit einem neuen Werk zurück. Sandro Perri ist vor allem bekannt als Kopf hinter POLMO POLPO und GLISSANDRO 70. Mit “Impossible Spaces”erwartet den Hörer ein wahrhaft traumhaftes Album. Perri schwelgt geradezu in kreativer Heldenverehrung und Hommage an z.B. Skip James (zu seiner Vanguard-Era), Caetano Veloso und Singer/Songwriter-Größen wie Tim Buckley, Tim Hardin oder Harry Nilsson. So ist “Impossible Spaces” eine Art Meta-Album. Es ist nicht nur Musik, sondern Musik über Musik – eine Art Landkarte von Perris Vorlieben und Begeisterungen und er wird damit zu einer Art Evangelist, der Musikgeschichte schreibt, im wahrsten Sinne des Wortes
SISKIYOU
Keep Away The Dead
Constellation
VÖ: 30. September 2011
Vertrieb: CARGO
Siskiyou starteten als Bandprojekt der beiden Great Lake Swimmers – Mitglieder Colin Huebert und Erik Arnesen. Ihr selbstbetiteltes Debüt-Album, das im Herbst 2010 erschien, konnte Kritiker und Fans gleichermaßen überzeugen und bescherte der Band unerwartet hohe Aufmerksamkeit. War dieses Album noch gekennzeichnet von musikalischer Patchwork-Herangehensweise, die sich im dezentralisierten Aufnahmeprozess manifestierte, wuchsen Siskiyou bereits kurz nach den Aufnahmen zum Debüt zu einer richtigen Band. “Keep Away The Dead” wurde anders als der Vorgänger gemeinsam in einem kleinen Dorf namens Mara in British Columbia aufgenommen. Die Bevölkerung des Ortes zählt gerade mal 350 Leute und das Album entstand im sog. Mara Community Centre im Winter 2010/2011. Dieser Entstehungsprozess ist dem Werk deutlich anzumerken. War das Debüt noch eine Sammlung aus skizzenhaften Tunes, walzt “Keep Away The Dead” Ideen in epischer Breite aus und präsentiert sich wie eine akustische ländliche Novelle mit Gothicflair und kinematographischer Wucht und Subtilität. Hueberts flirrende Akustikgitarren-Lines und seine Stimme, Arnesens Banjo und die neue Rhythmussektion um Peter Carruthers und Shaun Watt erschaffen geradezu majestetische Klanglandschaften, die ebenso düster wie einnehmend sind: wie ein warmes Lagerfeuer in einer kalten, mondlosen Nacht.
EVANGELISTA
In Animal Tongue
Constellation
VÖ: 23. September 2011
Vertrieb: CARGO
Carla Bozulich aka Evangelista gehört seit nunmehr über zwanzig Jahren zu einer der schillerndsten Figuren der internationalen Avantgarde-und NoWave-Szene, deren musikalische Inkarnationen fast unüberschaubar sind. Sie hat mit Mike Watt, Lydia Lunch, Bulbul, Willie Nelson oder Sonic Youth gearbeitet und ist spätestens seit August 2009, als sie gemeinsam mit Marianne Faithfull und Marc Ribot in einem berauschenden Konzerterlebnis die Ruhrtriennale eröffnete, auch hierzulande eine bekannte Persönlichkeit. Mit “In Animal Tongue” liegt nun nach dem 2009er Werk “Prince Of Truth” ein neues Album vor, das vor allem vom Wechselspiel aus Depression, Melancholie und Aufbruch bis hin zur Wut lebt. Carla Bozulich badet ein weiteres Mal förmlich in Authentizität und Emotionalität. Thematisch befasst sich das Album mit ihrem Wegzug aus Los Angeles und ihrem nomadischen Dasein in den letzten Jahren. Auf dem Album finden sich viele Gäste, mit denen sie unterwegs wahrhaft fantastische Kollaborationen aufgenommen hat. Mit ihren eigenen Worten umschreibt sie die Inspirationen für “In Animal Tongue” so: “driven by the forces of rocks, evolution, geology, drugs, boxing, everything-ology and dead stuff that makes the dirt and cement and the tress grow. Plus real versus fake!!!” Der harte Kern ihrer Band besteht z.Zt. aus Sam Mickens (The Dead
Science), Shahzad Ismaily (Laurie Anderson, Secret Chiefs, Sam Amidon) and John Eichenseer (jhno).
WOLVES IN THE THRONE ROOM
Celestial Lineage
Southern Lord
VÖ: 23. September 2011
Vertrieb: Soulfood
Verwurzelt in der kraftvollen und nihilistischen Ästhetik des Black Metal übertragen Wolves In The Throne Room ihre Einflüsse in einen naturalistischen Kontext, der schier atemlos macht. Ausufernde Soundkaskaden treffen auf pastorale Atmosphäre. Inhaltlich begreifen sich WITTR als eine Kraft, die Black Metal als “reinigendes Feuer der Befreiung von den Fesseln der Rationalität, Wissenschaft, Moral und Religion” versteht. Sie folgen damit einem tief verankerten naturalistischen Selbstverständnis, was ebenso kontrovers wie faszinierend sein kann. Musikalisch sind sie die Reflexion der Landschaft des amerikanischen Nordwestens, aber philosophisch verarbeiten sie auch Einflüsse der Westküste ebenso wie des europäischen Undergrounds: theosophische Ideale, Beatniks, The Grateful Dead, Neurosis, Zurück-zur-Natur, Satanic Hippies, Anarchist Punk Movement – alles findet seine Reflexion im WITTR-Sound, der auch dieses Mal wieder in Szene gesetzt wurde von Randall Dunn. (u.a. Earth, Boris, Cave Singers, Bjork). Nathan und Aaron Weaver arbeiteten auf Celestial Lineage u.a. mit Sängerin Jessika Kenney und Aaron Turner (ISIS) zusammen. Celestial Lineage gilt als Abschluss einer Trilogie, die mit “Two Hunters” begann.
RISING
To Solemn Ash
Exile On Mainstream
VÖ: 23. September 2011
Vertrieb: Soulfood (CD), Cargo (LP)
Auf „To Solemn Ash“ lösen RISING nun die Versprechen ein, die ihre fast schon legendären Live Shows gegeben haben: wie ein Bulldozer, der nicht so richtig weiß wohin mit seiner Kraft, walzt „To Solemn Ash“ los und hält diesen Level über Albumlänge. Hier gibt es kein Füllmaterial. Erinnerungen werden wach an klassische Tunes von Bands wie Celtic Frost, Judas Priest, Iron Maiden oder Slayer. Doch RISING haben ihre Hausaufgaben gemacht und spielen mit ihren Inspirationen, und empfehlen sich damit in die Gesellschaft von Heroen wie KYLESA, MASTODON, BARN BURNER, RED FANG oder BARONESS, mit denen sie auch bereits mehrmals die Bühne teilten. Alle diese Bands teilen dieselben Inspirationen, versehen sie mit Originalität und vor allem authentischer Frische. Nicht umsonst werden sie deshalb als Zukunft des Metal gepriesen. Und RISING sind mit von der Partie. Im Jahre 2009 fingen sie sich gar eine Nominierung als „Best Metal Talent“ bei den Danish Metal Awards ein.
RADIO BURROUGHS
Filler.Words.Gesture LP (+Download Code)
Altin Village & Mine
VÖ: 21. Oktober 2011
Vertrieb: Cargo
Radio Burroughs aus Berlin haben „Filler words. Gesture.“ aufgenommen. Radio Burroughs haben schon einmal eine Platte aufgenommen, aber das ist gemessen an der 6jährigen Bandexistenz nicht viel. Eher zu wenig. Ihre Platten (und noch viel mehr ihre Konzerte) lösen etwas aus. Indierock, Post-Punk, das führt alles zu nichts, das kennt man ja seit 20 Jahren. Aber man weiß auch seit 20 Jahren, wie gut diese schroffe Unaufdringlichkeit in ihren Ausnahmemomenten sein kann, wie mitreißend die filigran durchdachte, aber nie aufgesetzte Songschreibe. „Filler words. Gesture.“ sieht gut aus, in der Verpackung steckt viel Liebe (Stichworte: Klappcover, Pop-Up). „Filler words. Gesture.“ ist eine dieser Platten, die so klingen als wären sie schon immer dagewesen. Festsitzen im Unterbewusstsein, subtil und säuselnd – aber genau das ist es, was Platten ausmacht, die lange währen, und persönliche Klassiker werden können. Und zum Glück kann man sie immer wieder auflegen. Ab dem 21.10.2011.
CHAD VAN GAALEN
Soft Airplane LP (+Download Code)
Altin Village & Mine
VÖ: 26. August 2011
Vertrieb: Cargo
Pünktlich zur Europa Tour von Chad VanGaalen wird es Soft Airplane als limitierte 2×12″ im Klappcover geben. Während Chad VanGaalen’s bisherige Alben seine musikalischen Bezugspunkte bereits andeuteten, erlebt man auch auf Soft Airplane einen Künstler auf mehreren Pfaden wandelnd – auf überzeugende Art und Weise werden hier Genregrenzen verwischt, ohne jemals den Fokus zu verlieren. Lösgelöst von jedweder Erwartungshaltung und Restriktion scheint Chad vangaalen’s musikalischer Ausdruck sowohl fokusiert als auch uneingeschränkt. Die Songs auf seinem inzwischen 3. Album zeichen Blaupausen von Geburt & Tod, reflektieren die Veränderungen der 2 Jahre die seit dem Vorgängeralbum Skelliconnection vergangen sind und lassen den Hörer in eine charismatische und einzigartige Welt eintauchen. Soft Airplane bleibt trotz des üppigen, komplexen Mix aus “Found Sounds”, Vibraphone, verdorbenen Synthesizern und Drum Machines, Akkordeons, Cello, Klarinette und vielem mehr, seinen Lo-Fi Wurzeln treu. Bis dato VanGaalen’s überzeugendstes Werk!
BARN OWL
Lost In The Glare
Thrill Jockey
VÖ: 16. September 2011
Vertrieb: Rough Trade
Lost In The Glare ist Barn Owl’s zweites Album für Thrill Jockey und schließt faktisch nahtlos an die kongeniale Shadowland EP an. Beide Veröffentlichungen wurden live-to-tape im Studio von Phil Manley in San Francisco aufgenommen und beide haben als treibendes Merkmal die duellierenden Gitarren-Sounds der beiden Barn Owl-Protagonisten Caminiti und Porras. Während die Veröffentlichungen der Vergangenheit jedoch mit Harmonium Klängen glänzten, unterfüttert hier eine Farfisa Orgel die Gitarrenspiralen sowie eine Bassklarinette (Portraits’ Steve Dye), Gong (Michael Elrod von. u.a. Date Palms) und nicht zu verschweigen das unglaubliche Schlagzeugspiel von Jacob Felix Heule, der mit fast brutalem Punch den Tracks eine geradezu schamanische Note verleiht. Auf dem gesamten Album lässt sich die tonal kongenial umgesetzte Hitze der Sahara ebenso spüren wie die Eiseskälte des Weltraums. Barn Owl gelten nicht umsonst als eine der herausragendsten Bands der kontemporären Drone-Szene, die hinter deren Anführern Sunn0))) und Earth noch lange nicht zuende ist.
THE BOOK OF KNOTS
Garden Of Fainting Stars
Ipecac
VÖ: 9. September 2011
Vertrieb: Soulfood
Das experimentelle Artrock-Studiokollektiv The Book Of Knots gibt es bereits seit 2003. Seitdem und auch bereits vorher haben Matthias Bossi, Joel Hamilton und Tony Maimone die alternative Brooklyner Szene bereits gehörig aufgemischt: Die drei Mannen spielten und arbeiteten bis dahin mit Acts wie Skeleton Key, Sleepytime Gorilla Museum, Shiner, Battle Of Mice, BlakRoc, Pere Ubu, Frank Black und They Might Be Giants. Nach dem 2007er Album “Traineater” schlagen sie nun endlich ein neues Kapitel auf: wiederum findet sich eine illustre Schar von Gaststars, die die Tracks zwischen kinematographischen Soundscapes, Field Recordings, kammermusikalischen Verwerfungen und eklektischen Rock-Verweisen veredeln. So steuerten bspw. BLIXA BARGELD und MIKE PATTON Vocals bei, MIKE WATT einige Bass-Tracks und TREY SPRUANCE seine Gitarren-Skills. Das Ergebnis ist ein Album, wie man es selten hört: musikalisch geradezu grenzenlos faszinierend und lyrisch fordernd.
CONSTELLATION speaks out!
Ian Ilavsky of Constellation Records recently gave an interview to the German Magazine JAZZTHETIK (Interviewer: Klaus Von Frieling). We consider this interview so good and enlighting for the attitude and approach behind this fantastic label that we had to post it here in its full glory. Have a good read!
The German version can be found soonish here: http://www.jazzthetik.de/
What was the music scene in Montreal like when you started the label and how did it change since then?
I can only speak about a small part of the Montreal scene in the early 1990s. For myself and the people I felt an artistic and political kinship with, I think there was a fair degree of healthy suspicion about what other parts of the “music culture” in the city were about, what their reference points and motivations might have been, and whether we really had any common cause with much of what was going on.
On the one hand, this was a period when “punk” and “indie” was going through another phase of general co-optation by commercial forces (i.e. post-Nirvana, Smashing Pumpkins, Vans Warped Tour, Lolapalooza, etc.) and the term “alternative” had become a mainstream branding term. So there were a lot of bands in every city still working through that hangover, dreaming of a ‘cool’ American record contract (Sub Pop, etc.) and generally looking outside local community for validation and connection.
On the other hand there were various scenes on the Francophone side of things in Montreal, with cultural and artistic reference points that we also didn’t necessarily feel drawn to.
Overall, our feeling in Montreal in the mid-90s, as part of fairly small Anglophone do-it-yourself community at that time, was that we could (and had to) create something of our own, on our own. Everything about our cultural and historical context encouraged this impulse towards self-sufficiency, resourcefulness, and artistic production as part of a larger sense of political engagement and social marginalisation.
The “anti-globalisation” movement (as it was inappropriately named) was absolutely central to our broader discourse and practice as well. So the idea of building local institutions and local economies, avoiding corporate media and mainstream forms of promotion, etc. were all self-evident.
Obviously another crucial part of the equation at that time was the general economic depression of Montreal as a city: there were high vacancy rates, huge amounts of empty warehouse spaces and big cheap apartments. Of course there weren’t any jobs either! But it was totally possible to live on very little money and still have quite incredible places to rent, in which to live, rehearse music, make art. I’ve never lived in Berlin, but I feel that Montreal probably offered something similar as a city in the 90s, in terms of affordable urban space, some political/cultural tension, and a spirit of both marginalisation and re-invention among the artists and musicians that migrated here at that time (mostly from other parts of Canada). You know: actually bohemian, when things are still too dirty, unstable and fucked up for tour guides to safely point to it as “bohemian”.
Since all of the “official” clubs and bars at that time were very unsupportive of non-commercial/experimental music, the biggest issue of all was finding spaces in which to present interesting stuff and gather people together in genuinely constructive and co-operative ways. This is really what Constellation set out to do initially. While my partner Don and myself always imagined a label would evolve, the original idea was to open a public performance space first: an artist-friendly venue out of which a label would emerge. It took us about a year to realise the City Of Montreal was never going to give us the permits for such a venture unless we had a whole lot more money to ‘invest’ and legitimise our plans in their eyes. As we became friends with Efrim, Dave, Thierry and other members of Godspeed – who had a big loft space of their own that they were renting – we soon realised that we should just put on shows without permission, keep an eye out for the police, make sure everyone attending was respectful of the risks and conditions…and off we went. We would organise shows at the Hotel2Tango (the Godspeed rehearsal space) and at the Constellation Room (which was a smaller loft where Don and I lived from 1997-2000). These events never made any money. People brought their own booze and no one could afford more than $5 admission prices. But they could sometimes at least put a couple of hundred dollars in the bands’ pockets, or help buy a pice of half-busted equipment for the PA. And of course,organising these things consolidated a sense of work ethic and community. Then a few band started making their own recordings, which Constellation packaged into albums, literally by hand, and put them out with no real expectations beyond selling them locally.
With the unexpected success of Godspeed outside of Montreal – as the band’s work traveled through word of mouth and through the first LP we put out – there was an evolution into the early 2000s. Godspeed became very busy just being a band and touring. They didn’t make a ton of money, and it was all split between nine band members, but certain people in that band had a real commitment to putting anything they made back into local institutions. And Constellation similarly. So the label evolved into something that could provide a more stable platform for various Montreal bands, and the Hotel2Tango recording studio started getting built by Efrim and Thierry in the loft space that Godspeed rehearsed in, and Dave started building a studio at The Pines as well, and Mauro started renting the space that became the Casa Del Popolo live music venue – which really made a huge difference in our part of the city, insofar as it was focused on independent artists and experimental music, hosting free jazz, improv, electronic soundart, etc. alongside various forms of indie rock and indie pop bands.
I think Godspeed in particular, as a creative and musical force, also contributed to bringing Anglophone and Francophone scenes together to some degree. Their music was wordless, so it removed the language barrier. And their music was appealing to fans of ‘progressive’ music, which had always been strongly supported in Montreal and Quebec (bands like Genesis, Yes, Soft Machine, etc. had always been very successful here, often before anywhere else in North America).
By the early 2000s it seemed that there were a lot more people in Montreal simply interested in checking out the kind of music we were interested in, a broad range of stuff that I suppose had been informing the whole ‘post-rock’ thing: jazz, free/noise, improv and electronic music being mixed with punk and D.I.Y. ethics and instincts.
Through the past decade, Montreal has obviously become a much more established place as an international music destination and a much larger magnet for hipster migration – just as the wider Western culture has moved towards general hipsterism as a culture/art/fashion trope. What can you do? We’ve mostly tried to keep our heads down and continue doing what we do, which is to pursue music that feels genuine and non-disposable and truly committed.
The scene here is now exponentially healthier and unhealthier at the same time. Tons of bands playing all the time, many more decent venues and spaces in which to put on shows, and lots more people looking to make careers out of music, which by definition means lots of people acting on very different principles and with very different motivations than we ever brought to the table. That’s not to say trying to make a living as a musician is fundamentally flawed – of course not. But with the explosion of people who see that as a viable possibility, especially in a music scene essentially informed by pop culture and the “commodification of cool”, you get a similar ‘diversity’ of political and economic agendas that frame such activity.
Anyway, Montreal these days just looks a lot more like everywhere else I suppose. Inevitably.
That said, there is also no shortage of people in the city with whom we continue to find common cause, who are making strong work and doing it with motivations that we find authentic, honest, balanced and committed, in the deepest senses.
How much more time in percent do you invest in the artworks of the records you release, compared to if you would be doing it in jewelcases?
Most of the LPs and CDs we make require at least a few processes coming from different printers, paper suppliers, etc. and we manage all of that. We also use 100% recycled materials whenever possible, which are usually more expensive and take more time and effort to get a hold of. We coordinate everything and move all the pieces around and bring them all back to our warehouse, where we physically assemble, bag, seal, pack and ship just about every single album we produce. We also keep our entire back catalogue in print with the same packaging and artwork that the initial pressings had. I would guess we spend at least 4-5 times more time (and money) than a “jewel-case” label, just actually making and assembling the physical formats we release. Partly that is because we do not outsource any of the labour. We and our own in-house people do it. So we have to maintain a large area for workspace and warehousing for all that. But we love it.
There is nothing worse than abstraction from the means of production. This is a core principle of ours – with the label, and in life. Abstraction from the means of production is the source of our global malaise and the cause of our global crisis. We all have to do address this in whatever ways we can.
It probably means we are more expensive for the consumer, so we sell less, and we produce less. So far we continue to sustain things, even though music has become so brutally devalued in this sense.
How much of the labels philosphy did change since the start of the label?
I honestly don’t think the label’s core philosophy has changed. The internet, combined with people’s increasing reluctance to pay for recorded music, has forced various changes in practice and been the source of a certain amount of frustration and dismay.
But we continue to make money only by selling records. We ask our bands to agree in advance not to accept advertising as a source of licensing revenue, and in exchange, any licensing they do receive (for film, TV, etc.) goes 100% to the artist. We do not charge artist management fees even though we end up providing that for various bands by default. We accept that digital sales are a reality and necessity, even though this does not bring in a huge amount of revenue.
We live on the same small amount of money as we did in 2000 when we started doing the label full-time. This makes it a lot easier to stick to one’s principles, I think.
How many people are involved in keeping the label going?
Alongside Don and I, there is a full-time warehouse person, a full-time web/PR person, a part-time accountant, and various contract workers brought in to do everything from a big record assembly job to a specific creative project, like shooting a live show on video or re-designing the website or helping to organise an event.
Can you please explain the relation of Constellation to the Hotel2Tango?
See above. The Hotel2Tango is separately owned and operated (although we collectively own the building that houses both). Neither Don or I have a financial stake in the studio nor do we participate in managing it in any way. When any of our bands record there, we pay the studio for recording time – though surely we benefit from the generosity and long-standing friendships of the people that run it, in terms of getting some extra time off the clock, or squeezing something into the schedule on short notice.
H2T evolved at the same time as Constellation, with some of our closest friends and collaborators. So of course they are connected in that sense, spiritually and situationally.
Do you have any problems with all the GY!BE bootlegs, that are avaible for free download?
No.
When you decided to sell your records via Amazon, what were the reactions like?
We have never prohibited anyone from selling our records. Our distributors can sell to whoever they want. I do not remember a time when our records were not available on Amazon – not that I spent any time looking.
We simply try to make sure chain stores are not given special treatment. We try to encourage people to seek alternatives and we try to make sure those alternatives get our support. Amazon sucks – they aggressively defy local tax laws (in North American at least) and are utterly predatory. Anyone can learn this about them if they so choose. But millions of people choose to shop there, for whatever reasons.
We learnt long ago that you cannot control the consumer, and that the lowest price and the highest convenience are very powerful consumer motivators. We also accept that millions of people do not live anywhere near a record store, yet are connected to culture via the internet and are likely to end up using a delivery system that dominates the internet (be it Amazon, iTunes, YouTube, etc.).
I have no idea why anyone would not consistently use a mail-order service like Green Hell or Glitterhouse or Flight 13 once they discovered that these exist. I assume it is largely fear – a ‘security’ issue in people’s minds, where only the most solidly branded corporate e-commerce entities are perceived to be reliable, trustworthy and accountable.
If we have become in any way cynical about this, it is only in this sense: in 2011, anyone who is actually motivated enough to pay for a record we release is not to be discouraged! We are never going to make a deal with Amazon to increase that potential, but if that’s the portal through which we and our artists end up getting some actual revenue for our collective hard work, then so be it.
In an essay on GYBE I found the sentence: “The non-hierarchical, underground mail network described by Pynchon finds an echo in the message on the Constellation Godspeed! website.” How much does this ethic reflect what you do with Constellation? If so, what’s your view on distributing and selling music on the internet?
Sorry, I do not know what message on the ‘Constellation Godspeed! website’ this would be referring to.
But yes, we would absolutely prefer to see our records sold through entirely independent channels and networks. I don’t believe things need to be secretive and ‘underground’ – as if that’s really possible anymore in any case, when it comes to cultural phenomena at even the lowest levels of commercialisation. But there is no reason that 100% independent channels of small, sustainable, locally-based enterprises cannot entirely deliver music created and produced from faraway places – as long as the producers of such music accept a natural limit to the number of units they can shift through such networks, which we have always had faith in and have always established as our natural definition of sustainability as well.
We have no problem with the internet as a mode of independent exchange and commercial transaction. Clearly if even 1% of Amazon’s market moved to independent mail-order companies, the impact would be significant. Constellation will continue to encourage this.
If you shop at a physical record store, you are supporting a different sort of economy, and will usually pay a slight premium for doing so. Paying this premium is money that stays in your local economy. Constellation obviously supports the local social and economic horizons that small physical shops are a part of. All we can do is hope that a couple of extra Euros is understood by the conscious consumer as supporting this as well.
BROKEN.HEART.COLLECTOR
s/t
Discorporate
VÖ: 16. September 2011
Vertrieb: Soulfood
Bei BROKEN.HEART.COLLECTOR vereinen sich fünf der speziellsten Vertreter unausgesteckter Pfade: Die slowenische Vokalkünstlerin und Bassflötistin Maja Osojnik, die von slowenischen Volksliedern, Pop & Avantagarde, bis hin zu Black-Metal-Gegrowle so ziemlich alles beherrscht und wegen dieser Spannbreite auch in einer Vielzahl verschiedenster Ensembles aktiv ist (Rdeca Raketa, Maja Osojnik Band, FruFru, Subshrubs); Bassklarinettistin Susanna Gartmayer, bekannt aus der hiesigen Improvisationsszene; und dann wären da noch Bulbul – die österreichische Superband, die das klassische Rock-Line-Up seit Jahren dazu gebrauchen, um es bis über die Grenzen hinaus zu treten und sowohl konzeptuelle Umweltgeräuschplatten wie auch die cleversten Schweinerockknaller hochgehen zu lassen, die im Bereich des Unmöglichen liegen. „Broken.Heart.Collector“ ist ein mitreißender Lavastrom, führt von Dr. Caligaris Kabinett nahtlos über Gute-Nacht-pfeifende Eulen und verschleppt-wubbernde Schattenreiche zu fetten Disco-Beats. Plötzlich findet man sich auf einem Wüstentrip mit Alejandro Jodorowsky wieder, gleitet durch schwerelose Räume und überdimensionale Klangflächen, über die die Ketten rasseln und das Eisen zwitschert. Die Instrumente sind oft hörbar präpariert, so wie einst John Cage das Klavier mit Spachteln, Gummis und ähnlichen Utensilien wieder spannend gemacht hat. Es quietscht und scheppert, bis die Protagonisten aus ihren Instrumenten bruitistische Flächen trimmen, die langsam zu sogartigen Grooves mutieren.
FRIEDRICH PARAVICINI
Mr. Mandom
Barnes & Quincy
VÖ: 26. August 2011
Vertrieb: Cargo
Der Soundtrack zum Charles Bronson – Film, der nie gedreht wurde. 2009 trifft Friedrich Paravicini auf den ungarischen Hilfsarbeiter Robert Kovacs und ist geschockt: Kovacs sieht aus wie Charles Bronson, bewegt sich wie Bronson; selbst die kargen englischen Sätze, die er von sich gibt, klingen verdammt nach Bronson! Unvermittelt wird Paravicinis aus Jugendtagen stammende Obsession für schmutzige Gangsterfilme der 60er und 70er Jahre, ihre knallharten Protagonisten und düsteren italienischen Filmscores auf drastische Weise zum Leben erweckt. Angetrieben durch die Begegnung mit der Reinkarnation seines Jugendhelden macht sich Friedrich Paravicini daran, einen genrespezifischen Soundtrack zu erschaffen, der dem Zuhörer die Möglickeit gibt, seinen ganz eigenen Bronson-Film vor dem inneren Auge entstehen zu lassen. 13 Tracks, instrumentiert mit strengem Streichorchester, kristallhartem Cembalo und stählernen Gitarren. Stilgerecht von Paravicini im Alleingang mit der Präzision eines Auftragsmordes komponiert, gespielt und aufgenommen. Gnadenlos, ohne Kompromisse: Mister Mandom.
PREMONITION 13
s/t
Volcom Entertainment
VÖ: 22. Juli 2011 (ACHTUNG! Neuer Termin. Verschoben vom 17. Juni!)
Vertrieb: ADA/ Warner Music Group
DIE neue Band um WINO und MATTHEW CLARK (OSTINATO)! Das Mantra über die Vergangenheit von Scott „Wino“ Weinrich und seinen Legendenstatus sparen wir uns dieses Mal. Denn wer das hier liest, hat mit Sicherheit soviel Kenntnis über Musikgeschichte um den Mann einzuordnen. Dass er derzeit einen kreativen Flow wie nie zuvor hat, sollte jedem musikinteressierten Zeitgenossen ebenfalls nicht entgangen sein: Mit den machtvoll wieder auferstandenen SAINT VITUS, seinem Akustik-Soloalbum vom letzten Jahr und natürlich als Mitglied der Supergroup SHRINEBUILDER ist der Mann derzeit in aller Munde. Die Zeit zwischen diesen Verpflichtungen verbrachte er im letzten Jahr in der kalifornischen Wüste mit seinem langjährigen Freund Jim Karow, der in dem Haus wohnt, das einst Aldous Huxley gehörte und in dem dieser seine berühmten LSD-Experimente durchführte. Ob es die Freizeit oder der außergewöhnliche Vibe des Hauses war oder einfach die Tatsache, dass nach 20 Jahren gemeinsamem Jammens die Zeit einfach reif für eine Band war, soll ungeklärt bleiben. Halten wir uns lieber an die Fakten: gemeinsam mit Drummer Matthew Clark (Ex-OSTINATO) zünden die drei hier ein absolutes Feuerwerk an Doom-infiziertem Rock an, wie man es von einer Band mit Wino erwartet. Stilistisch noch am ehesten mit den besten Momenten von THE HIDDEN HAND vergleichbar feiert Wino hier ein weiteres Mal die Macht des Riffs, dieses Mal aufgeladen mit zuweilen sehr ironischen Lyrics und unter heftigem Einfluss seiner neu entdeckten Leidenschaft für den E-Bow spannen Premonition 13 den Bogen von doomig-monströsen Balladen bis hin zu straightem Punkrock im Stile Motörheads. King Crimson und die allgegenwärtigen Black Sabbath können ebenso als Orientierungsmarken herhalten. Live konnte man Premonition 13 bereits im letzten Jahr auf unserem South Of Mainstream Festival und als special guest auf einigen der Akustik Shows des Herrn Weinrich erleben. Eine Tour für den Herbst ist in Planung. Und bevor das falsch verstanden wird: Premonition 13 ist kein Projekt, sondern eine Band!
PLANKS
The Darkest Of Grays/ Solicit To Fail
Southern Lord
VÖ: 17. Juni 2011
Vertrieb: Soulfood
Germany conquers Southern Lord, part I: In strikt limitierter Edition von 2000 CDs veröffentlicht Southern Lord Nuggets aus dem Underground, die bisher nur auf Vinyl beziehungsweise sehr eingeschränkt erhältlich waren. Diese CD der Mannheimer PLANKS beinhaltet ihr zweites Album “The Darkest Of Grays” und die daran anschließende 12″ “Solicit To Fail”. Beide Releases waren bisher nur auf Vinyl über Per Koro Records und Institut für mentale Hygiene erhältlich. „The Darkest Of Grays” ist ein Konzeptalbum,das sich mit dem Verlust von Menschlichkeit durch emotionalen Zusammenbruch einer Person auseinandersetzt. “Solicit To Fail” wurde zur selben Zeit aufgenommen und passt als Ergänzung hervorragend, auch wenn die vier Tracks dieser 12″ nicht dem Konzept unterliegen”. Musikalisch zeigen sich PLANKS geradezu urgewaltig intensiv. Depressive Kälte und instrumentale Schwere legen erstmal alle Synapsen lahm, bevor sie mit treibenden, tribalistischen Drums und Growl-und Shriek-Vocals wieder massiert werden. In all ihrer tonalen Beklommenheit schaffen es PLANKS dann aber doch immer wieder Melodiebögen zu zaubern, wie man sie von Wave-Helden wie z.B. Joy Division oder The Cure kennt. Das Ergebnis ordnet sich irgendwo zwischen Breach, frühen ISIS, Mastodon und Darkthrone ein. Gewaltig!
ALPINIST
Lichtlaerm/ Minus.Mensch
Southern Lord
VÖ: 17. Juni 2011
Vertrieb: Soulfood
Germany conquers Southern Lord, part II: ALPINIST kommen aus Münster und ihr Sound ist düster und brutal. Schon ist eine Kategorie gefunden: Dark Hardcore. Aber der Pfad führt in die Irre. Sicher schöpfen ALPINIST ihre Einflüsse aus dem Hardcore und Crust (hier v.a. Amebix und frühe Neurosis), aber ihr Sound ist um Längen komplexer und damit unkonventionell. Politisch deutlich links kontern ALPINIST von vornherein alles, was stumpf und effekthaschend sein könnte. Und davon gibt es im Hardcore einiges. Dabei gehen sie derart wütend vor, dass ihre Vehemenz einem schlicht den Atem raubt. Diese Vröffentlichung ist ebenfalls Teil einer Art Serie auf Southern Lord, in der Underground-Nuggets erstmalig auf CD veröffentlicht werden. Auch diese CD ist strikt limitiert auf 2000 Exemplare weltweit.
TANNHÄUSER STERBEN & DAS TOD
Eigengift 12″ LP
Altin Village & Mine Records
VÖ: 3. Juni 2011
Vertrieb: CARGO
Hinter dem Namen Tannhäuser Sterben & das Tod verbergen sich die Musiker Thomas Mahmoud (Ex Von Spar) und Gerald Mandl (Mediengruppe Telekommander). “Eigengift” ist nach diversen Tape-und Digitalveröffentlichungen über ihr eigenes Label Edition Mutation die erste LP im Albumformat. Auf “Eigengift” lösen sie nun ein, was sie mit den vorangegangenen Veröffentlichungen versprochen haben: Rhythmische, fast schon ritualistische Beatverarbeitung als Basis für Klangschichtungen: Musik, die sich als in erster Linie als ästhetische Darstellung äußert, immer wieder aufgeladen an meditativen, verhallten Vocals und Field Recordings. Eine Einordnung fällt schwer, zu außergewöhnlich ist das, was die beiden da im wahrsten Sinne, zaubern. Ja, zauberhaft ist wohl das richtige Wort.
JOHN MAUS
We Must Become The Pitiless Censors Of Ourselves
Upset! The Rhythm
VÖ: 24. Juni 2011
Vertrieb: CARGO
Auch auf seiner dritten Platte bleibt sich John Maus musikalisch treu und huldigt weiter dem Jahrzehnt, in das er hineingeboren wurde. Dem gesamten Album scheinen die Achtziger quasi aus dem Arsch und auch wenn sich uns bei dem Gedanken daran selbiger zusammenzieht, gerät er spätestens beim Anhören dieser Scheibe in tanzende Verzückung. Was ist nur los mit diesem Typen aus Austin, Minnesota, dass er es mit derartiger Leichtigkeit und grenzenloser Coolness schafft, vor Überzuckerung nur so triefende Synthie-Beats und DX7-Klänge auf die Menschheit loszulassen, ohne zynische Lacher zu ernten. Fast schon denkt man, damals etwas verpasst zu haben und zwischen Human League, Heaven 17 und Billy Idol hätte es mehr gegeben als Rick Astley. Muss es wohl, denn der Schoß, aus dem das hier kriecht scheint fruchtbar. Und selbst wenn nicht: so schnittig hat mir noch keiner meine blondierte Popperlocke gefönt. Was für ein Album!
BORIS
Heavy Rocks
Attention Please
Beide:
Sargent House
VÖ: 24. Juni 2011
Vertrieb: CARGO
Japanese Doomsday 2011. Für das Wort Kompromiss gibt es keine japanische Übersetzung – das schrieben wir schon im Platteninfo zur ersten Boris-Scheibe, die wir vor gefühlten 20 Jahren promotet haben. Dass die Japaner es immer wieder schaffen, diese These neu zu verifizieren, dafür haben wir hier den Beweis: zwei Alben am selben Tag. Davon eins mit dem gleichen Titel wie schon ein Album 2002, aber mit völlig anderer Musik! Aber einem ähnlichen Cover Artwork. Wie beknackt muss man als Band eigentlich sein um auf so eine Idee zu kommen? Die Antwort liefert die Begründung: Boris ließen verlauten, dass dieses Album „Heavy Music“ neu definieren wird, als Höhepunkt ihres bisherigen Schaffens. Wenn das keinen Sinn macht! „Attention Please“ nimmt sich dagegen schon fast normal aus, auch wenn es natürlich erwartungsgemäß überirdisch gut ist. Und: es ist das erste Album der Bandgeschichte, auf dem Gitarrist Wata durchweg den Lead Gesang übernommen hat. Ansonsten gilt auch hier: Bass und Gitarren über eine Wand aus Orange-Boxen, die die Leistung einer mittleren Kleinstadt hat. Das sind Boris. Punk trifft Metal trifft Noise.
WHITE HILLS
H-p1
Thrill Jockey
VÖ: 24. Juni 2011
Vertrieb: Rough Trade
Nicht nur, dass WHITE HILLS mit diesem neuen Album ihre Annäherung an SpaceRock, Noise und Psychedelia musikalisch auf ein neues Level heben, sondern auch in Sachen Intensität schaffen die drei alles in Schatten zu stellen, was sie in der Vergangenheit gezaubert haben. “H-p1″ ist ihr dichtestes und gkleichzeitig auch ihr wütendstes Werk, in dessen Zusammenhang sie auch mit politischen Statements nicht geizen. Hier in ihren eigenen Worten:
“We can barely pay our rent each month but we are willing to pull out our credit cards and go into debt each time a new iPhone promises a better connection. The joke is on us. Our greater connectivity has caused us to disconnect from our humanity. We have been sold the religion of consumerism to feed the corporate machine. We have been tricked into believing that wanting our tax dollars to pay for our own health care is treacherous to the ideals of a democratic society. H-p1 is symbolic of the simplification of complex ideas to keep the masses from questioning the system. – Ego Sensation”
Dieser Wut lassen WHITE HILLS auf dem zweiten Album für Thrill Jockey Records freien Lauf – Psychedelic Rock in der Tradition solcher Helden wie Acid Mothers Temple oder Hawkwind kreuzen sie in geradezu überschäumender Intensität und Spielfreude mit dem experimentellen Noise von Bands wie bspw. Boris. Das Ergebnis macht dich sprachlos!
JOE LALLY
Why Should I Get Used To It
Dischord
VÖ: 17. Juni 2011
Vertrieb: Alive
Lange 4 Jahre nach dem letzten Werk „Nothing Is Underrated“ kommt FUGAZI-Bassist Joe Lally mit einem Nachfolge-Album um die Ecke – und macht dort weiter, wo die beiden Vorgänger bereits tief schürften: Intensive Songs, nicht zwangsläufig geradlinig, weil voller Emotionen – das ist der Inhalt von „Why Should I Get Used To It“. Doch etwas ist anders: während die beiden vorangegangenen Platten vor allem durch Gastmusiker bestachen, hat Joe Lally nun eine konstante Band um sich geschaart, die ihn auch bereits auf den letzten beiden Touren begleitete. Außerdem nahm er die Scheibe dieses Mal in seiner Wahlheimat Rom auf.
BARN OWL
Shadowland LP
Thrill Jockey
VÖ: 17. Juni 2011
Vertrieb: Rough Trade
Anknüpfend an das großartige Album “Ancestral Star” veröffentlichen BARN OWL im Juni eine streng limitierte EP pünktlich zu ihrer großen Europa-Tour. Es wird außerdem eine geringe Auflage an 12″ in klarem Vinyl geben, die ausschließlich auf den Konzerten erhältlich sein wird. Bereits 2006 gegründet, werden BARN OWL immer wieder als Missing Link zwischen Drone a la SUNN0))) und dem Proto-Ambient eines Ennio Morricone beschrieben. Zwischen Ambient und Americana, zwischen Black Metal und Drone erschaffen BARN OWL mal leichtfüßig flirrende, mal druckvolle Arrangements, die spätestens seit dem Debüt für Thrill Jockey, “Ancestral Star” eine ganz eigene Sprache entwickelt haben. Die drei Songs der “Shadowland” – EP wurden von Phil Manley (Trans Am) in San Francisco produziert und schöpfen noch konsequenter aus Inspirationen wie Alice Coltrane, Popol Vuh und Tangerine Dream.
PONTIAK
Comecrudos LP
Thrill Jockey
VÖ: 17. Juni 2011
Vertrieb: Rough Trade
Drei Brüder auf dem Weg von Phoenix, Arizona nach Texas, Route 385. Die Scheiben sind runtergekurbelt und draußen zieht die atemberaubende Landschaft vorbei. In der Nähe des Rio Grande halten sie an, übernachten unter freiem Himmel in einem Vulkankrater und wandern an den Ufern des Flusses. Fehlt nur noch der Soundtrack zur Fahrt. Und den legen Pontiak jetzt vor, denn genau diese Szene war Inspiration für diese, nur auf LP erhältliche Veröffentlichung. Im Moment befinden sich PONTIAK im Studio um das für Anfang 2012 angekündigte neue Album aufzunehmen. Bis dahin kann man sich die Wartezeit mit dieser grandiosen Platte verkürzen – die Band selbst empfiehlt das Anhören selbiger “während der Autofahrt, Scheiben runtergekurbelt, volle Lautstärke, mit Staub in der Luft.” – oder wahlweise auch in der U-Bahn, “während man sich vorstellt, in einem Auto zu sitzen, Scheiben runtergekurbelt, volle Lautstärke, mit Staub in der Luft.”
SCHNAAK
Wake Up Colossus
Discorporate
VÖ: 13. Mai 2011
Vertrieb: Soulfood
SchnAAk machen Feuer aus Verstärkern. Sie wissen wie man das tut, denn sie sind besonders schlau… und sie kochen Menschenfleisch darüber, ziemlich freundlich.
Es ist einige Zeit her, dass die Beiden fünf Songs pro Abend spielten und Grimassen schneidend stereotyp „Gewöhnt euch dran!“ riefen. Nach zwei erstaunlichen EP’s ist die eigene Befreiung aus der Verkrustung in Factory Noise Sessions längst gelungen. Nur der Eimer ist von Anfang an geblieben, mehr als ein perkussives Element, so etwas wie ein echtes drittes Bandmitglied, und immer perfekt zwischen den Beiden platziert. Nach einigen Ausflügen durch Europa, in die Vereinigten Staaten und auch den schwarzen Kontinent, lebte der sonderbare Hybrid SchnAAk auf und liebäugelt mit seltsamen Hip-Hop-Beats, Comic-Art Paralleluniversen und stylishen afrikanischen Rhythmen, wenn auch tief in einer Fabrik aus kosmischen Noise operierend. Nun jedoch haben sie ihre Maschinen zum Mitsingen angepasst. Richtig gehört: Mitsingen! Auf Wake up Colossus schmiegen sich ummodellierte Instrumente und abgefahrene Sounds aneinander und bilden eine Art superorganische „New Pop Music“ mit dem Fokus auf Songwriting, verwegener Eingängigkeit und seltsamer Hooks. Wenn wir hier wären um Genres zu erfinden, dann würden wir das wohl “Transzendentaler Neuer Maschinen Pop“ nennen.
In der bizarren Welt von Wake up Colossus verschmilzt die experimentelle Entwicklung, die in instrumentaler und elektronischer Musik stattfindet, perfekt ineinander unter Einbettung infantiler Sounds, moderner Komposition, Electronika, Soul, Avantrock, Worldjazz und funky Pseudo-R’n'B..
END OF LEVEL BOSS
Eklectric
Exile On Mainstream
VÖ: 27. Mai 2011
Vertrieb: Soulfood
„Eklectric“ heißt das neue Werk und damit verteidigen END OF LEVEL BOSS ihren Spitzenplatz in einer Szene, die es eigentlich gar nicht gibt: Dort wo Metal, Alternative, Avantgarde und Stoner Rock aufeinander treffen, gibt es eigentlich nur Platz für eine Band, und die füllt den Raum fast vollständig aus: END OF LEVEL BOSS. Die Einflüsse hört man: VOIVOD sind offensichtlich, aber auch Versatzstücke solcher Helden wie OPETH, HELMET und vor allem KING CRIMSON sind allgegenwärtig. Aus diesen Zutaten destillieren END OF LEVEL BOSS einen Sound, der ebenso Arsch wie Kopf hat. Dass die Band live jede Mauer zumindest bröckeln lässt, brauchen wir sicher nicht extra erwähnen, die Kunde ihrer Gigs auf Festivals wie dem ROADBURN 2006, dem SOUTH OF MAINSTREAM 2006, 2008 und 2010 oder unzähliger Clubshows, v.a. auf Tour mit den Labelbrüdern PLACE OF SKULLS, THE HIDDEN HAND und VOLT sollte längst die Runde gemacht haben.
ESMERINE
La Lechuza
Constellation
VÖ: 27. Mai 2011
Vertrieb: Cargo
Es ist wahr! Es gibt ein neues ESMERINE – Album! Ende Mai wird “La Lechuza” erscheinen und ist einfach nur stark. Auf zwei Songs singt der kanadische Troubadour Patrick Watson und es enthält außerdem den letzten von Lhasa de Sela aufgenommenen Song, die sich kurz vor ihrem tragischen Tod zu einer Kollaboration mit Esmerine entschlossen hatte. Das ganze Album ist Lhasa gewidmet.
EFRIM MANUEL MENUCK
Plays: “High Gospel”
Constellation
VÖ: 27. Mai 2011
Vetrieb: CARGO
Efrim Manuel Menuck, Kopf hinter Godspeed You! Black Emperor und A Silver Mount Zion Orchestra kommt hier mit seinem ersten Soloalbum, auf dem er ganz persönliche Dinge verarbeitet. Entstanden sind die Songs in den letzten anderthalb Jahren und lassen einen tiefen Blick zu in die Seele des Mannes, der nie versucht hat, persönliches, privates Leben von künstlerischer Äußerung zu trennen. Tief beeinflusst von den Emotionen, die ihn während und nach der Geburt seines Sohnes Ezra begleitet haben und geprägt von seiner Liebe zu Jessica Moss (die bei ASMZ auch Violine spielt) pendeln die Stücke zwischen experimenteller Klangentdeckung und Verneigung vor Melodien hin und her. Ein wunderbares Album! Promos haben wir bereits hier.
MATANA ROBERTS
COIN COIN Chapter One: Gens de couleur libres
Constellation
VÖ: 13. Mai 2011
Vetrieb: CARGO
Matana Roberts gilt zu Recht als eine der bekanntesten Vertreter kontemporärer Afrikanisch-Amerikanischer Experimentalmusik. Ihre weltweit geachteten Skills auf dem Alt-Saxophon, kombiniert mit engagierter Neudefinition amerikanischer Jazztraditionen kanalisieren sich auf dem vorliegenden Album mit einer Wucht, wie sie Jazz heute selten auszulösen imstande ist. Diese Veröffentlichung ihres Projekts COIN COIN, an dem sie bereits seit Mitte der 2000er Jahre mit wechselnden Musikern arbeitet, ist eine vollständig live eingespielte Session. Constellation lud die Musikerin mit Freunden und Partnern ein, eine Show im Hotel2Tango Studio zu spielen – mit ca. 30 ausgewählten Gasten. Teilweise komponiert, teilweise improvisiert, besticht das Material vor allem durch seine Universalität. Matana sagt selbst dazu: “COIN COIN ist eine kompositorische Sprache, die ich seit etwa 2006 zu entwickeln versuche. Dabei war der Ausgangspunkt eine Kindheits-Faszination fur Geister, Spuk und Gespenster und vor allem für die Spuren, die sie hinterlassen. Ich habe ein tiefes Interesse an antiken Objekten, besonders wegen der Geschichten und der vielen Moglichkeiten von Geschichten, die sie zu erzählen imstande sind. Das alles kombiniert mit meiner Lust an musikalischer Kommunikation und unter Auseinandersetzung mit dem Einfluss der afrikanischen auf die amerikanische Kultur findet sich in meiner Musik.”
PAT JORDACHE
Future Songs
Constellation
VO: 29. April 2011
Vetrieb: CARGO
Nachdem Pat Jordache in der Noise-Pop-Szene von Montreal schon seit einiger Zeit mit seiner Band Sister Suvi Wellen geschlagen hat, konzentrierte er sich nach dem Umzug seines Bandkollegen Merill Garbus auf sich selbst. Das Ergebnis dieser Isolation ist “Future Songs” – ein Album voll angeschrägter Pop-Verarbeitung mit Reminiszenzen an Mercury Rev, Joy Division, Scott Walker und Can. Bereits im Sommer 2010 erschien “Future Songs” auf Kassette und über Bandcamp und machte schnell die Runde. Obwohl Jordache alle Instrumente selbst eingespielt hatte und das Werk komplett im Alleingang zuhause aufgenommen hatte, schrien die Stücke geradezu nach der Umsetzung in einem Band-Kontext. Seine ersten Liveshows waren zwar noch reine Solo-Shows, die ihren besonders minimalistischen Anspruch aber dadurch geltend machten, dass er lediglich ein DD-3 Pedal verwendete, mit dem sich gerade mal 1,4 Sekunden Sound loopen lassen. Der Ruf nach einer Band verhallte nicht im Raum, sondern rief drei Drummer auf den Plan und einen weiteren Gitarristen, die Pat fortan unterstützen. Die Band ist geboren. Constellation veröffentlicht das Album nun in einer neu gemasterten Version.
ENABLERS
Blown Realms And Stalled Explosions
Exile On Mainstream
VÖ: 29. April 2011
Vertrieb: Soulfood (CD), Cargo (LP)
Als “möglicherweise der Welt bestes Power Trio” beschreibt die San Francisco Gate die Instrumentenfraktion der ENABLERS. Und liegt damit goldrichtig. Selten zuvor hat man Spoken Words und Poetry in derartig schlüssiger Einheit mit emotionalen musikalischen Untermalungen erlebt. ENABLERS nehmen gefangen und zwingen den Hörer zur Auseinandersetzung mit ihren Inhalten. Mit “Blown Realms…” legen ENABLERS nun ein Album vor, das den Eindruck des letzten Werkes “Tundra” noch übertrifft: Mit dem neuen Drummer Doug Scharin (u.a. CODEINE, JUNE OF 44, MICE PARADE, HIM) präsentieren sie sich intensiv und emotional bis ins Mark. Und Pete Simonelli ist nichts weniger als der Baudelaire unserer Zeit!
TINDERSTICKS
Constellation
VÖ: 22. April 2011
Vertrieb: Cargo
Als opulentes 5CD, 5LP Box set veröffentlichen die Tindersticks alle ihre Kompositionen für die Filme von Claire Denis, die zwischen 1996 und 2009 gedreht wurden. Es handelt sich dabei um insgesamt 6 Filme, wobei der erste Soundtrack („Nenette Et Boni“, 1996) bereits als drittes Tindersticks-Album bekannt ist. Die Soundtracks für 4 dieser 6 Filme sind bisher unveröffentlicht. Die Zusammenarbeit der französischen Filmemacherin und Tindersticks ist eine der intensivsten in der Geschichte des kontemporären Kinos. For allem bei den späteren Werken begann die Zusammenarbeit bereits bei der Drehplanung. Dieses Box set stellt damit nicht nur einen wichtigen Bestandteil des Tindersticks Oevres dar, sondern ist zugleich auch eine außergewöhnliche Dokumentation wie sich Film und Sound verknüpfen lassen. Die Box selbst erscheint in luxuriöser Aufmachung auf ungestrichenem Papier mit Ausstanzung. Jede CD ist in eine Stecktasche verpackt, deren Print mit dem Fenster der Box korrespondiert.
ZOMES
Earth Grid
Thrill Jockey
VÖ: 22. April 2011
Vertrieb: Rough Trade
Asa Osbourne ist Zomes. Zomes ist Asa Osbourne. Und Asa Osbourne ist der Gitarrist von Lungfish. Lungfish wiederum können sich ans Revers heften, die Drone Welle, die uns in den letzten Jahren umspült hat, fast eine Dekade vorausgenommen zu haben. Ihre repetitive Klangverarbeitung in zyklischer Variation haben sie zu einer Haupteinflussgröße gemacht. Das zeigt allein schon die Tatsache, dass ihr Backkatalog heute mehr verkauft als zu der Zeit, als die Band aktiv war. Einen großen Anteil daran hat Asa Osbourne, der die Idee, die ihn schon bei Lungfish trieb, mit seinem Projekt Zomes weiterspinnt: seine Tunes sind quasi Destillate dieser zyklischen Melodien. Verzerrte Keyboard-Klänge legen sich in Schichten über geloopte Beats und erschaffen so ein ritualistisch-schamanistisches Ganzes. Die Tunes wurden in meditativen Sessions ausschließlich zuhause und auf Kassettenrecorder aufgenommen. Das Ergebnis ist ein in seiner Reinheit bestechendes Tondokument.
OvO
Cor Cordium
Supernaturalcat
VÖ: 22. April 2011
Vertrieb: Cargo
OvO, die Band deren Heimat irgendwo zwischen Italien und Deutschland zu finden ist, kommt hier mit ihrem insgesamt 6. Album. In Avantgarde-und Experimental-Kreisen ist das Duo bereits hinlänglich bekannt und jeder, der sie noch nicht live gesehen hat, sollte sich einfach was schämen! Denn es bedeutet, dass er/sie einfach zu selten auf Konzerte geht. OvO haben sich in den letzten Jahren derartig den Hintern abgespielt, dass man um sie eigentlich nicht herum kam. Mit u.a. Sunn0))), Zeni Geva, Zu, Lightning Bolt, Nadja, Jim O’Rourke, Thrones, USAisamonster, Jarboe, Bastard Noise und viele mehr haben sie nicht nur die Bühne geteilt, sondern auch außerhalb von Konzerthallen kollaboriert. „Cor Cordium“ nun ist ihre Hommage an den englischen Romantiker Percy Shelley. Die zehn Tracks, konzeptionell am Werk des Dichters angelegt und vertont in chaotischen, avantgardistischen Breaks, Noise-Attacken präsentieren OvO auf einem neuen Level. Erstmals in der Bandgeschichte wurden Overdubs zugelassen und die Aufnahmen in HiFi-Qualität veröffentlicht. OvO entfernen sich damit von ihrem avantgardistischen DogmaNoise-Ansatz und liefern ein schlichtweg atemberaubendes Album ab.
LITURGY
Aesthethica
Thrill Jockey
VÖ: 15. April 2011
Vertrieb: Rough Trade
Wenn über eine Geheimtipp-Band, die jüngst sogar schon in eher Metal-unaffinen Jahresbestenlisten auftaucht, und das sogar bevor die eigentlich Metal-Subszenen sich dafür aus den Höhlen wagen, sagt das einiges über eine Band aus. Black Metal goes Feuilleton. Indie Black Metal. New York´s Liturgy verzichten auf Corpsepaint und jeglichen überflüssigen Ballast. Haben sie auch gar nicht nötig. Denn wenn eine Band die Quadratur des Kreises schafft und es vermag, vom Ausgangspunkt Black Metal nicht nur über Tellerränder zu schielen, sondern ganze Genre-Grenzen einzureißen, ist kollektives Aufhorchen angezeigt. Die Hauptfrage, der sich Liturgy auf ihrem zweiten Album stellen, ist die danach, wie Intensität sich zu Emotion verhält. Und sie bleiben die Antwort nicht schuldig. Heroismus, Tragödie, Hoffnung sind die Eckpfeiler, zwischen denen sie sich lyrisch und musikalisch austoben. Und verbinden dabei problemlos Black Metal mit filmischer Musikdichtung (Vangelis, Badalamenti) oder auch Post-Romantizismus (Sibelius, Scriabin). Glaubste nicht? Dann hör dir das an! Mastermind Hunter Hunt-Hendrix (!!!) ist ein Derwisch. Dissonante, sich duellierende Gitarrenriffs, komplex und voller schwarzer Harmonien, abgerundet durch kreischende Vokills treffen auf minimalistisches Hi-Speed Drumming (Greg Fox /Dan Deacon) von unglaublicher Präzision. Liturgy surfen damit gemeinsam auf einer Welle mit Wolves In The Throne Room und Nachtmystium und können heute schon als Vertreter einer neuen Generation ds Black Metal verstanden werden.
AUSTIN LUCAS
A New Home, In The Old World
Hometown Caravan
VÖ: 15. April 2011
Vertrieb: Cargo
Der im Hinterland von Indiana aufgewachsene Austin Lucas ruht sich auch auf seinem vierten Album nicht auf seinen Lorbeeren aus. Seinen Folk und Bluegrass Wurzel treugeblieben, erhebt er sich und sein neues Album auf eine höhere Stufe. Aufgenommen wurde das Album im Dezember 2010 in den Farm Fresh Studios in Lucas‘ Heimatstadt Bloomington, Indiana von Jake Belser (arbeitete unter anderem mit Murder By Death). Für die Aufnahmen sammelte Lucas wieder einmal eine Schar von Freunden und Familie um sich und verfeinerte das Ensemble mit verschiedenen Mitgliedern der Alternative Country Größen Lucero und Magnolia Electric Co. Neben Banjo, Fiedel, Kontrabass & Pedal Steel Guitar kommen auf seiner bisher abwechslungsreichten Platte auch ein verstaubtes Harmonium, eine verschnörkelte Trompete und ein ganzes Stück mehr Muskelkraft dank einer elektrischen Gitarre zum Einsatz und geben dem Ganzen eine vielschichtige Struktur.
CIRCLE
Infektio
Conspiracy Records
VÖ: 15. April 2011
Vertrieb: Cargo
Ein neues CIRCLE Album ist immer etwas, worauf man gespannt sein kann. Du weißt nie was du bekommst und was diese finnischen Gentlemen uns als nächstes um die Ohren hauen. Ist es Psychedelic, Heavy Metal, Drone, Krautrock, Soundscapes? Eins ist allerdings immer sicher: welchen Stils sie sich auch annehmen, sie mutieren in kürzester Zeit zu absoluten Meistern des Fachs. So auch hier. „Infektio“ ist draußen. Weit draußen. Introvertiert, organisch und irgendwie nicht von dieser Welt. Die repetitiven Passagen, die Circles Markenzeichen geworden sind, gleich in welchem Stil, lassen sie hier hinter sich, ohne an spielerischer Präzision zu verlieren. „Infektio“ ist erneut ein Album, das unterstreicht, dass Circle definitiv eine der interessantesten Bands unserer Tage sind.
MAMIFFER
Mare Decendrii
Conspiracy Records
VÖ: 25. März 2011
Vertrieb: Cargo
Das zweite Album des projektartigen Sound-Kollektivs um Faith Coloccia ist eine Zäsur. Denn eigentlich stimmt das mit dem Sound-Kollektiv gar nicht mehr. Während Faith in der Vergangenheit als eine Art Sound-Designerin Töne in fast bildhauerischer Konstruktion verarbeitet hat, ist, nein, sind Mamiffer nun eine richtige Band geworden. Der Kern besteht aus Faith selbst, ihrem langjährigen Freund und Weggefährten Travis Rommereim und Aaron Turner (u.a. ISIS-Mastermind). Diesen Schritt hört man dem neuen Werk deutlich an. In Zusammenarbeit mit einer Schar Gäste wie u.a. Eyvind Kang, Sera Timms (Black Math Horseman), Aaron Harris (ISIS), Joe Preston (Thrones), Jussi Lehtisalo (Circle), Jessika Kenney und Brian Cook (Russian Circles, These Arms Are Snakes) entstand eine tonale Collage aus minimalistischer Ton-Verehrung, choraler Meditationen, Neo-Klassik Versatz und dekonstruktivistischem Doom Metal. Der große Avantgarde-Meister Oren Ambarchi geht sogar noch ein Stück weiter und bezeichnet dieses Album als eine völlig neue musikalische Sprache, die Faith Coloccia entwickelt hat, als etwas das wirklich Hoffnung in der und für die kontemporäre Rockmusik geben kann. Wir können uns hier nur anschließen, das Album ist wirklich außergewöhnlich und weitere Beschreibungen würden in der zu oft bemühten Metapher vom Tanz zu Architektur ihr Bild finden. Mamiffer werden im Übrigen im April mit Black Math Horseman auf Tour sein – NICHT niemals verpassen das! Daten bei den Tourdates!
ZA!
Megaflow
Discorporate
VÖ: 25. März 2011
Vertrieb: Cargo
Ein Wanderzirkus aus Barcelona. Zwei Menschen und ein dutzend Instrumente. Dieses vielschichtige Überschall-Orchester zerwürfelt afrikanische Beats, Noise, Mathrock, Vocal-loops, Free Jazz, analoge Elektronik, Sounds von sibirischen Schäferhunden, balinesische Polyrhythmen, mauretanischen Trip Hop, Dadaismus, Distortion, Dance und Drones – „POST WORLDMUSIC“ taufte die spanische Presse diesen Hybrid. ZA! – das sind endlose Shows auf höchstem Energielevel, inklusive internationaler Festivals (SXSW, Primavera Sound, Sonar Festival, Benicàssim, Tanned Tin), Kunstperformances und Tourneen in UK, USA, Spanien, Portugal und Deutschland. Sie spielten mit Noisebands (Lightning Bolt, ZU, Yellow Swans), mit Rockbands (El Guincho, Delorean, Agent Robbons, Mark Eitzel) oder Freejazz-Künstlern (Peter Brötzmann, Paal Nilssen Love). Wenn im Publikum die Kinnladen nicht runterknallten oder das Gesicht vor Freude verkrampfte, tanzte man einfach. Die beiden Katalanen veröffentlichten bisher zwei Alben – ihr letztes genresprengendes Asien-Album „Macumba o Muerte“ (Acuarela) wurde als eines der besten Alben des Jahrhunderts von ROCKDELUX gewählt und von der „Spanish Independent Label Union“ prämiert. MEGAFLOW, das ist subnormale Energie auf zwei Schallplatten in beeindruckendem Artwork (jeder Song hat eine eigene Miniaturlandschaft als Karte). Ein Wirbelsturm der Farben. Virtuose Euphorie. Gelebte Intuition. Musikalische Explosion. Coltrane, Afrika, Asien, Fugazi, Tortoise, Ruins, Stravinsky, Battles… oder im Paket einfach nur ZA!
COLIN STETSON
New History Warfare Vol. 2: Judges
Constellation
VÖ: 25. Februar 2011
Vertrieb: CARGO
Wer Colin Stetson noch nicht live gehört hat, der ahnt nicht, was man mit einem Bass-Saxofon machen kann. Im Gegensatz zu anderen Saxofon-Solisten geht es dem in NYC lebenden Stetson bei seinen Solo-Konzerten nicht um abstrakte Improvisationen. Vielmehr schafft er mit Hilfe von Zirkularatmung und perkussivem Ventil-Slapping einen körperbetonten, fast tanzbaren Heavy Metal-Sound im wahrsten Sinne. Seine musikalische Bandbreite ist enorm: Das reicht von People’s Bizarre, einem Kammerjazz Ensemble, das östliche Folklore spielte, über Avantgarde mit Fred Frith und Ned Rothenberg, zu Tom Waits, der ihn für seine Alben „Alice“ und „Blood Money“ ins Studio holte. Selbst in der David Letterman Show präsentierte er einem staunenden Publikum seine Saxophon-Künste. Und die Franzikaner Mönche waren von ihm so begeistert, dass sie ihn gleich zwei weitere Male einluden am Schrein des Heiligen Franz von Assisi zu spielen. Zu seinen weiteren Credits gehören Laurie Anderson, Lou Reed, Marc Ribot, David Byrne, Sinéad O’Connor, Angelique Kidjo und Anthony Braxton. Bei den letzten Moers Festivals gehörten seine Auftritte zu den Höhepunkten der Veranstaltung, er tourte mit The National, Arcade Fire, TV On The Radio und Bon Iver. Das vorliegende Album wurde von Efrim Menuck (A Silver Mount Zion, Godspeed You! Black Emperor) aufgenommen und ist eins der wenigen Werke, wo mir außer dem eben abgebrannten Namedropping nichts weiter einfällt außer: DAS muss man gehört haben und der Sortiermaschine mal den Stecker ziehen!































































